Grüne Branche

Daten zum GaLaBau Baden-Württemberg: Große mit besseren Zahlen

Die Orientierungsdaten Baden-Württemberg 2014 enthalten auch Kennzahlen aus den Dienstleistungssparten, also dem Garten- und Landschaftsbau sowie den Friedhofsgärtnereien.

Zu den großen Landschaftsbau-Projekten im „Ländle“ zählt die Erneuerung der Mannheimer Augusta-Anlage. Der letzte Bauabschnitt ist im Gange. Foto: Edwin Hanselmann

Das Spartenergebnis des Garten- und Landschaftsbaus setzt sich aus den Buchführungsdaten 2013 von 51 baden-württembergischen GaLaBau-Unternehmen zusammen. Sie haben im Mittel 8,49 Arbeitskräfte (AK). Was den Betriebsertrag 2013 angeht, so wurde für die Unternehmen dieser Sparte ein Mittelwert von 678.768 Euro ermittelt. 92,1 Prozent dieses Umsatzes basieren auf Dienstleistungen.

Wichtigster Aufwandsposten der GaLaBau-Betriebe sind die Löhne. Sie machen im Mittelwert 34,3 Prozent des Betriebsertrags aus. Der zweite große Kostenblock ist das „Material für Dienstleistung“ (21,2 Prozent des Betriebsertrages). Danach folgen Kosten des Fuhrparks (6,8 Prozent des Betriebsertrages).

Der Lohnaufwand je angestellte Arbeitskraft ist im Garten- und Landschaftsbau höher als in den anderen gärtnerischen Fachsparten. Das Spartenergebnis nennt hierbei für den GaLaBau einen Mittelwert von 32.101 Euro.

Das Betriebseinkommen je AK betrug 36.610 Euro im Mittelwert. Es lag damit um 4.509 Euro höher als der Lohnaufwand je angestellte Arbeitskraft (AK). Die Kapitalverzinsung war damit zwar etwas höher als im Zierpflanzenbau, aber niedriger als beispielsweise bei den Friedhofsgärtnereien.

Der Unterschied zwischen dem erfolgreichen (ersten) Drittel und dem weniger erfolgreichen (dritten) Drittel war im Garten- und Landschaftsbau laut den baden-württembergischen Orientierungsdaten (Spartenergebnissen) ähnlich groß wie in den anderen gärtnerischen Sparten. Während das erste Drittel eine hohe Kapitalverzinsung erzielt, blieb beim dritten Drittel das Betriebseinkommen je AK unter dem Lohnaufwand je angestellte AK.

Besonders drastisch war der Unterschied im Betriebsertrag: Gemittelt 840.392 Euro beim ersten Drittel, dagegen nur 232.832 Euro beim dritten Drittel!Während beim ersten Drittel 98,1 Prozent des Betriebsertrags auf Dienstleistungen basierte, machten die Dienstleistungen beim dritten Drittel nur 74,9 Prozent aus. Hier trugen sowohl die Eigenproduktion als auch die Handelstätigkeit nennenswert zum Umsatz bei.

Die Betriebe des ersten Drittels zahlten weit höhere Löhne als jene des dritten Drittels: 36.932 Euro im ersten, dagegen nur 24.158 Euro je angestellte Arbeitskraft (AK) im dritten Drittel! Das Betriebseinkommen je AK war im ersten Drittel um fast 10.000 Euro höher als der Lohnaufwand je angestellte AK.

Das Spartenergebnis Garten- und Landschaftsbau enthält auch eine Gliederung nach vier Betriebsgrößen. Hier zeigte sich, dass nicht nur der Betriebsertrag, sondern ebenso das Betriebseinkommen je AK und damit die Kapitalverzinsung mit steigender Betriebsgröße zunehmen:

  • Die Betriebe der kleinsten Kategorie (Umsätze bis 200.000 Euro, Daten aus 17 Unternehmen) erreichten im Mittelwert nur ein Betriebseinkommen je AK von 27.061 Euro, was nicht einmal den auf 28.181 Euro bezifferten Lohnaufwand je angestellte AK deckt.
  • Bei der zweiten Kategorie (Umsätze über 200.000 bis 400.000 Euro, Daten aus acht Unternehmen) lagen das Betriebseinkommen je AK bei 30.349 Euro, der Lohnaufwand je angestellte AK bei 29.401 Euro.
  • Die dritte Kategorie (Umsätze über 400.000 bis 800.000 Euro, Daten aus 15 Unternehmen) hatte ein Betriebseinkommen je angestellte AK von 32.470 Euro und einen Lohnaufwand je angestellte AK von 28.448 Euro.
  • Bei der vierten Kategorie mit Umsätzen bis zwei Millionen Euro ergab sich beim Mittelwert ein Betriebseinkommen von 40.810 Euro je AK; es war um über 10.000 Euro höher als der auf 30.640 Euro bezifferte Lohnaufwand je angestellte AK.

Vergleiche mit früheren Jahren machen nur Sinn, wenn jeweils eine Gruppe gleicher, also „identischer“ Betriebe miteinander verglichen wird. Hierzu finden wir bei den Orientierungsdaten zu jeder Fachsparte einen Vergleich von Buchführungsdaten identischer Betriebe aus dem Wirtschaftsjahr 2012/13 mit den Daten dieser Betriebe aus den Jahren 2011/12 und 2010/13. Für den Garten- und Landschaftsbau entstand dieser Vergleich mit Daten aus 46 Betrieben.

Demzufolge war der Betriebsertrag in 2012/13 (Mittelwert = 604.604 Euro) etwas niedriger als 2011/12 (Mittelwert = 606.049 Euro), aber höher als 2010/11 (Mittelwert = 597.782 Euro). Das Betriebseinkommen je AK ist tendenziell leicht gesunken, von 36.598 Euro (2010/11) auf 35.365 Euro (2012/13). (eh)