Grüne Branche

DDAC in NRW: Partei-Gerangel um belastete Kräuter

Die mit DDAC (Didecyldimethylammoniumchlorid)-Rückständen über dem geltenden Höchstgehalt belasteten Kräuter beschäftigen jetzt auch den Düsseldorfer Landtag. Das berichtet die Rheinische Post in ihrer Online-Ausgabe. Die CDU-Fraktion werfe demnach dem nordrhein-westfälischen Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) vor, beim Krisenmanagement in dieser Angelegenheit versagt zu haben. 

In Nordrhein-Westfalen (NRW) mussten dem Blatt zufolge eine Million Töpfe mit Bio-Kräutern vernichtet werden, weil sie nach der Behandlung mit dem Pflanzenstärkungsmittel Vi-Care Rückstände des Desinfektionsmittels DDAC aufwiesen.

Weiter heißt es, Minister Remmel habe laut einer Erklärung des NRW-Umweltministeriums am 20. Juni von der DDAC-Belastung der Bio-Kräuter erfahren. Eine Warnung sei nicht ausgesprochen worden, weil keine Gefahr für die Verbraucher bestanden habe. Christina Schulze Föcking, Sprecherin der CDU-Fraktion für Verbraucherschutz, bezweifele diese Version dem Blatt zufolge und frage, wie es sich in diesem Zusammenhang erklären lasse, dass eine vom Ministerium mitbetriebene Internetseite bereits am 13. Juni vor Vi-Care gewarnt habe.

Unklar sei für Schulze Föcking demnach auch, wie Remmel zu dem Zeitpunkt habe wissen können, dass die gefundenen Mängel nicht gesundheitsschädlich seien. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sei schließlich erst am 29. Juni zu diesem Schluss gelangt. Der Vorgang zeige, dass Remmel unverantwortlich mit der Gesundheit der Verbraucher gespielt habe. Beim konventionellen Anbau hätte er sofort sämtliche Alarmglocken schrillen lassen, wohingegen der Vorgang beim ökologischen Anbau unter den Teppich gekehrt werde, wird die CDU-Politikerin von der Rheinischen Post zitiert.

Das Umweltministerium habe die Vorwürfe zurückgewiesen, heißt es weiter. Eine Warnung der Verbraucher sei demnach nicht nötig gewesen, da die DDAC-Werte nur knapp über der Nachweisgrenze gelegen hätten. (Quelle: RP Online, 14. Juli 2012)