Grüne Branche

Dem müden Boden auf der Spur

Fachgespräch über Bodenmüdigkeit
Bodenmüdigkeit ist eines der dringlichsten Probleme, die es im Gartenbau zu lösen gilt. Bereits 2008 bildete sich auf Initiative des Bundes deutscher Baumschulen und der Stiftung Europa Rosarium Sangerhausen eine Interessengruppe zur Ursachenforschung. Erste Ergebnisse der interdisziplinären Zusammenarbeit wurden am 19. Februar beim Fachgespräch Bodenmüdigkeit im Gartenbauzentrum Ellerhoop vorgestellt.

Informationsaustausch in Ellerhoop: Zum schwierigen Thema Bodenmüdigkeit trafen sich Wissenschaftler, Fachleute führender Betriebe aus Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen und Vertreter des BdB.

Das seit rund einem Jahrhundert bekannte Phänomen der Bodenmüdigkeit rufen Gehölze aus der Familie der Rosaceae hervor. Entwicklungen wie Flächenverknappung und Restriktionen bei der Verwendung von Basamid-Granulat ließen in jüngster Vergangenheit den Ruf nach alternativen Lösungen immer lauter werden.

Ziel der 2008 gegründeten Interessengruppe zur Ursachenforschung ist, praxistaugliche Diagnoseverfahren zu entwickeln und die Bodenmüdigkeit zu überwinden. Zu diesem Zweck haben sich aktuell acht Praxisbetriebe, sechs Forschungsinstitute sowie fünf Lehr- und Versuchsanstalten zusammengetan. Sie nehmen die seit Mitte der neunziger Jahre eingestellte Forschung erneut auf.
Baumschulen kultivieren eine Reihe von Gehölzen, bei denen im Nachbau verminderte Wuchs- und Ertragsleistungen auftreten. Davon ist besonders die Familie der Rosaceae betroffen. Gerade bei geschlossenen Anbaugebieten ist das Problem der Bodenmüdigkeit besonders gravierend.

Tauschflächen sind knapp und werden durch Siedlungsdruck und konkurrierenden Maisanbau weiterhin reduziert. Basamid-Granulat steht als einzig verfügbarer Wirkstoff nur aufgrund von Ausnahmeregelungen zur Verfügung. Entsprechend der brisanten Sachlage wohnten dem Fachgespräch nicht nur beteiligte Wissenschaftler bei; im Publikum befanden sich auch Mitarbeiter und Vertreter des BdB sowie zu einem Drittel Fachleute führender Betriebe aus Holstein und Nordrhein-Westfalen.

Definition und Erklärungsansätze
Landläufig wird bei allen Arten von Nachbauproblemen von Bodenmüdigkeit gesprochen. Der Unterschied: Um Nachbauprobleme handelt es sich, wenn eine Pflanzenart im Nachbau nach sich selbst oder einer verwandten Art Wuchsdepressionen zeigt, deren Ursache bekannt ist und spezifisch bekämpft werden kann. Von Bodenmüdigkeit ist die Rede, wenn die Wachstumsdepressionen durch eine unbekannte Ursache oder einen unbekannten Ursachenkomplex hervorgerufen werden.

Erklärungsansätze liefern verschiedene Theorien: Wurzelausscheidungen, Anhäufung schädlicher Mikroorganismen, Nährstoffmangel oder Verschlechterung der physikalischen Bodeneigenschaften. Die genaue Ursache wurde bislang nicht gefunden. Um dem müden Boden auf die Spur zu kommen, untersuchen Wissenschaftler jetzt alternative Bekämpfungsstrategien.

Erfahren Sie mehr zur Bodenmüdigkeit und Lösungsansätzen in Ausgabe 05/ 2013 Deutsche Baumschule.