Grüne Branche

Den Ball auf der Stirn tanzen lassen

Auf dem Friedhof des bayerischen Luft- und Kneipkurorts Prien, am westlichen Ufer des Chiemsees, steht seit mehreren Jahrzehnten ein weißer Grabstein, der den Verstorbenen als Sportlehrer ausweist. Der in Fraktur-Schrift in den aufrecht stehenden Stein gemeißelte Name lautet: Alfred Schaffer. Wer war dieser Sportler und warum wurde er in Prien begraben?

Edgar Wangen schrieb ein Buch über die Gräber verstorbener Fußball-Größen, darunter auch A. Schaffer. Foto: Wangen

Alfred Schaffer wurde am 13. Februar 1893 im heutigen Bratislava, der gegenwärtigen Hauptstadt der Slowakei geboren. Zu Schaffers Geburt gehörte Bratislava, (ungarisch Pozsony, deutsch Pressburg), zum Königreich Ungarn. Der ungarische Staatsbürger mit dem deutschen Namen bestritt 15 Fußball-Länderspiele für das ungarische Nationalteam und erzielte dabei 17 Tore.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte Schaffer bereits zu den ersten gefeierten internationalen Fußballstars. In Ungarn, Österreich und der Tschechoslowakei gewann er mit seinen Clubs nationale Meisterschaften. Der Mittelstürmer war sich seiner sportlichen Fähigkeiten bewusst. Er ließ sich von seinen Vereinen für sein Können bezahlen und gehörte so zu den ersten Profis. Nach seinem Wechsel zum 1. FC Nürnburg, wurde Schaffer 1919 vom Verein zunächst neu eingekleidet. „Offiziell war es zwar verboten den Spielern Geld zu zahlen“, berichtet Sportbuchautor Heinz Ott. „Aber auch damals gab es schon ungezählte Möglichkeiten, dem Amateurstatut ein Schnippchen zu schlagen.“ Lesen Sie mehr in der März-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 27.