Der Apfelnachbaukrankheit auf der Spur – mit Biotest

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Anlage eines Praxisversuchs mit Tagetes-Zwischenfruchtanbau und Gras-Kontrolle. Foto: Bernd Hardeweg

Die Nachbaukrankheit ist für viele Baumschulen und Obstanbauer ein wirtschaftlich relevantes Problem. Forschende des Projekts ORDIAmur sind auf der Suche nach Lösungen. Mit einem Biotest wurde das Ausmaß der Apfelnachbaukrankheit in den Versuchsflächen von sieben Praxisbetrieben untersucht.

Nachbaukrankheit bei Apfel und anderen Pflanzen lange bekannt

Die Nachbaukrankheit, auch Bodenmüdigkeit genannt, ist bei Apfel und zahlreichen anderen Pflanzen lange bekannt. Bisher angewandte Methoden zur Bekämpfung durch Bodendesinfektion beruhen auf chemischen und thermischen Verfahren, die entweder nicht mehr generell zugelassen oder ökologisch umstritten sind. Daneben werden der Anbau von Zwischenfrüchten, wie zum Beispiel Tagetes, und die Biofumigation mit Brassica-Arten angewandt.

Sichere Erkenntnisse über ihre Entstehung, Langlebigkeit, Überwindung und damit verbundene sozio-ökonomische Aspekte liegen nicht vor und sind daher Gegenstand intensiver Forschung, darunter auch in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekt ORDIAmur. Dort haben sich in der zweiten Förderperiode zehn nationale Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, die ihre Fachkenntnisse in Bodenkunde und Pflanzenernährung, Pflanzenphysiologie, Genetik und Pflanzenzüchtung, Bodenmikrobiologie, Nematologie, Phytopathologie und Betriebswirtschaft einbringen. Ein gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, die Entstehung der Apfelnachbaukrankheit (engl.: Apple Replant Disease – ARD) aufzuklären. Zusammen mit Praxisbetrieben und mit Begleitung sozio-ökonomischer Untersuchungen sollen praktikable Lösungen zur Überwindung der ARD erarbeitet werden.

Entwicklung eines Biotests zum Nachweis vorhandener Nachbaukrankheit

Die Ergebnisse der ersten Förderperiode umfassen zum einen die Entwicklung eines Biotests zum Nachweis vorhandener Nachbaukrankheit in Baumschul- und Obstbauflächen, zum anderen Erkenntnisse zur Zusammensetzung der Bakterien- und Pilzgemeinschaften und der Bodenfauna in gesunden und nachbaukranken Böden, zur Reaktion von Apfelwurzeln auf diese Böden sowie zur Ausbreitung der Krankheit. Zudem wurden diverse Genotypen der Gattung Malus im Hinblick auf ihre Anfälligkeit gegenüber der Nachbaukrankheit bewertet.

In der zweiten Förderperiode wurde mit der Übertragung gewonnener Erkenntnisse in die Praxis begonnen. Dazu stellten acht als Leitbetriebe bezeichnete Firmen Flächen zur Verfügung, die bisher unterschiedlich lange von Apfel-Unterlagenbaumschulen, Obstbaumschulen oder Apfelanbauern genutzt wurden und auf denen als Folgekultur Apfel vorgesehen ist. Die Betriebe liegen in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein; sie nutzen Böden sehr unterschiedlicher Beschaffenheit.

Ergebnisse in Deutsche Baumschule 6/2020

Bevor verschiedene Gegenmaßnahmen zur Überwindung der Nachbaukrankheit auf diesen Flächen getestet werden, wurde zunächst mithilfe des optimierten Biotests nach Yim et al. (2013) die Ausprägung der Apfelnachbaukrankheit auf Flächen von sieben Betrieben erfasst – Details zur Durchführung des Biotests und die Ergebnisse lesen Sie in Ausgabe 6/2020 von Deutsche Baumschule.

Ergänzend dazu können Sie hier Details zu den Analysemethoden und den Nährstoffgehalten der untersuchten Böden aus den Leitbetrieben downloaden.