Grüne Branche

Der „Friedhofs-Trauerflow“

Die Motive von Hinterbliebenen zur Wahl einer Grabart lassen sich nicht ändern. Doch Friedhofsverantwortliche können motivierende Situationen schaffen. Teil 2 des Berichts vom Zukunftsseminar Weimar.

Referenten (von links nach rechts): Hermann Weber, Psychologin Hildegard Willmann und Prof. Dr. Gerhard Richter. Foto: Höfers

„Ich kann viele Wünsche haben, die Kraft die mein Handeln treibt ist die Motivation“, begann Hildegard Willmann, Psychologin und Bestatterin aus Trier den gemeinsamen Vortrag mit Hermann Weber (Königswinter). Ihr Thema: Motivierende Interaktion – Verkaufstechnik oder Teil der Trauerkultur? Zwei Richtungen in der Motivation unterscheide man: die intrinsische (Belohnung im Tun an sich) und extrinsische (Mittel zum Zweck, Nachteile vermeiden oder Erwartungen anderer). Aus Friedhofsverwaltersicht könne man die Motivation für oder gegen ein Grab zwar nicht beeinflussen, doch man kann Anreize und motivierende Situationen schaffen. Jede Situation erfordert eine andere Kommunikation, so Weber: „Wir müssen einen Sinn mitliefern.“

Das entscheidende bei der Grabwahl sind die Wünsche des Verstorbenen und was zu ihm passt. Die Angehörigen treffen immer eine Entscheidung unter dem Zwang zur Bestattung und Zeitdruck. Weber empfiehlt Fragen als Instrument der Rückversicherung („Habe ich Sie richtig verstanden, ... ?“), um schrittweise zu einem Ergebnis zu kommen.