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Der Glasnevin Cemetery in Dublin

Irland hat eine lange und leidvolle Geschichte von Auseinandersetzungen zwischen seinen katholischen und protestantischen Bevölkerungsteilen. Natürlich spiegeln sich diese Kämpfe auch in den Gräbern des ältesten nicht-konfessionellen Friedhofs des Landes – des Glasnevin Cemetery in Dublin – wider.

Das moderne Besucherzentrum und Museum des Glasnevin Cemetery.

Gegründet wurde der Friedhof im Jahr 1832 aufgrund der Initiative von Daniel O’Connell (1775 bis 1847) einem Staatsmann, der noch heute als „Befreier“ der Iren gilt. O’Connell stammte aus einer reichen katholischen Familie. Doch zu seiner Zeit galten noch die Penal Laws; Strafgesetze, die allen Menschen, die nicht Mitglied der protestantischen Kirche von Irland waren, grundlegende zivile Rechte verweigerten, wie zum Beispiel Religionsfreiheit, Schulbesuch und Grundeigentum. O’Connell studierte daher zeitweise in Frankreich, wo er auch das Blutvergießen während der französischen Revolution miterlebte, was ihn zum vehementen Gegner von Gewalt machte. In seiner irischen Heimat wurde er einer der ersten katholischen Rechtsanwälte und zugleich treibende Kraft im Kampf um Gleichberechtigung.

Bevor im Frühjahr 1828 das Emanzipationsgesetz für Katholiken erlassen wurde, mit dem die schlimmsten Repressalien aufhörten, waren selbst katholische Kirchen und Friedhöfe Eigentum der etablierten protestantischen Kirche. Das bedeutete, dass Katholiken nicht in katholisch geweihter Erde beigesetzt werden konnten und dass bei ihren Bestattungen nur Gebete gesprochen werden durften, die im allgemeinen protestantischen Gebetbuch vorgeschrieben waren. O’Connell rief gleich nach dem Erlass des Emanzipationsgesetzes in Dublin eine Friedhofskomission ins Leben, die einen konfessionell ungebundenen Friedhof einrichten sollte. Während schon im Herbst desselben Jahres der erste katholische Friedhof in Goldenbridge im Osten Dublins eröffnet wurde, folgte die Einrichtung des neuen nicht-konfessionellen Friedhofs erst drei Jahre später. Offiziell hieß er „Prospect Cemetery“, heute ist er allerdings fast nur noch unter dem Namen seines Stadtteils Glasnevin bekannt. Lesen Sie mehr dazu in der Mai-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 20. 

Weitergehende Informationen bieten die Internetseiten des Glasnevin Trust:www.glasnevintrust.ie sowie www.olddublintown.com/michael-carey.html