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Der Hasefriedhof und der Johannisfriedhof

Die beiden historischen Friedhöfe in Osnabrück sind Ruhestätten lokal bedeutender Persönlichkeiten: Politiker, Industriellenfamilien und Künstler etwa sind in den insgesamt 187 Jahren durchgehender Beisetzung auf den Friedhöfen bestattet worden. Sie alle haben viele Geschichten zu erzählen. Dieser Beitrag stellt eine kleine Auswahl näher vor.

Der Hase- und der Johannisfriedhof in Osnabrück entstanden, als die Stadt ab 1807 vorerst zum Königreich Westfalen, später zum Kaiserreich Frankreich gehörte. Damit galt auch hier das napoleonische Dekret über das Bestattungswesen von 1804. Es untersagte die Beisetzungen innerhalb der Stadtmauern und verlangte die Anlage neuer Begräbnisstätten außerhalb der Stadt.

Das Verlegen der Friedhöfe wurde in Osnabrück damals schon seit vielen Jahren diskutiert. Wie in anderen Städten auch waren die Gründe vor allem hygienische Missstände sowie der immer akuter werdende Platzmangel auf den Kirchhöfen.

Beide Friedhöfe sind unterteilt in die Mauerstellen, die am Rand liegen, und die innerhalb liegenden sogenannten Verwesungsflächen. Die ersten Abteilungen wurden als Vier-Felder-Anlagen mit Wegekreuz angelegt. Bei den letzten Abteilungen sind verschiedene Einflüsse damaliger Landschaftsplanung zu erkennen. Seit den 1980er Jahren stehen beide Friedhöfe unter Denkmalschutz, Baudenkmale nach § 3 Abs. 3 Niedersächsisches Denkmalschutzgesetz. Mehr dazu in der August-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 33.