Grüne Branche

Der Umgang mit Fehlgeborenen nach dem neuen Personenstandsrecht

Das neue Personenstandsrecht ist kein „großer Wurf“, meint Autor Tade M. Spranger. Er beschreibt in diesem Artikel welche Änderungen es gibt und warum Änderungen an diesem Gesetz ungeeignet sind, die Bestattung von Fehlgeborenen zu regeln.

„Entsorgen“ muss nicht sein – positives Beispiel aus Ludwigshafen: gemeinschaftliche Beisetzungsfeier mehrere totgeborener Kinder unter 500 Gramm. Foto: Helga Beisel (www.leere-wiege.com)

Vor wenigen Wochen wurde in den Medien umfassend über die anstehende Überarbeitung des Personenstandsrechts und die hiermit einhergehenden Änderungen für den Umgang mit Fehlgeborenen berichtet. Im Spiegel war etwa folgende Passage zu finden: „Künftig sollen alle totgeborenen Kinder das Recht auf eine Eintragung beim Standesamt und auf Bestattung haben, wenn ein Elternteil dies wünscht.“1 Diese Aussage ist schon deswegen falsch, weil totgeborene Kinder - also Leibesfrüchte mit einem Gewicht von mehr als 500 Gramm – auch bislang schon nicht nur als bestattungsfähige, sondern sogar als bestattungspflichtige Leichen qualifiziert wurden. Defizite zeigten und zeigen sich vielmehr bei Fehlgeborenen, also bei Kindern mit einem Geburtsgewicht von weniger als 500 Gramm. Eine zunehmende Zahl an Bundesländern räumt hier eine Bestattungsmöglichkeit ein, sofern mindestens ein Elternteil eine Bestattung wünscht. Die nähere Ausgestaltung erfolgt sodann über die jeweiligen Friedhofssatzungen. Mehr dazu in der Dezember-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 26.