Grüne Branche

Deutsche Baumpflegetage in Augsburg

Ein prominenter Gastredner eröffnete am 17. April die Deutschen Baumpflegetage 2007 in Augsburg: Der Fernsehjournalist und Buchautor Dr. Franz Alt sprach über Zukunftsperspektiven für die Baumpflege unter dem Motto "Restholz wird zur Energiequelle".

Vor den rund 660 Zuhörern unterstrich Dr. Franz Alt den Wert von Bäumen und die wachsende Bedeutung des Rohstoffes Holz. Den Wert der Bäume hob Alt mit Zitaten von Wangari Maathai, der Trägerin des Friedensnobelpreises 2004 und bekannt als "Mutter der Bäume", hervor. Maathai setzte sich für die Wiederaufforstung Kenias ein und gab den Anstoß zur Gründung des "Greenbelt Movements". Im Rahmen dieser Initiative wurden in den letzten 25 Jahren mehr als 30 Millionen Bäume gepflanzt. Die gepflanzten Bäume tragen zur Bewusstseinsänderung bei, zitierte Alt. Das Selbstvertrauen der Armen beginne zu wachsen, sie lernen, in die Zukunft zu schauen und nicht nur an sich selbst zu denken. Bäume werden so zu Trägern der Hoffnung auf ein besseres Leben. Baumpflanzungen könnten zudem ein Zündfunke für junge Leute sein, sich mit Bäumen und Baumpflege zu befassen, ergänzte Alt.

Alt brach eine Lanze für die Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe und stellte in dem Zusammenhang die große Bedeutung der grünen Branche heraus. "Sie denken in Kreisläufen und arbeiten nicht gegen, sondern mit der Natur", so Alt. Im Wesentlichen zielte er damit auf die Forstwirtschaft. Die deutsche Forstwirtschaft habe die Nachhaltigkeit geprägt - "von wem soll die Politik/Gesellschaft sonst Nachhaltigkeit lernen?" Holz als Rohstoff werde in der Zukunft einen anderen Stellenwert bekommen, Alt sieht sogar ein "Holzzeitalter" voraus: "Holz hat Zukunft, der Holzweg ist ein guter Weg." Die Land- und Forstwirte werden zu Energiewirten und damit zu den "Ölscheichs von morgen", so seine These, und auch der Garten- und Landschaftsbau könnte durch die Nutzung des anfallenden Grünschnitts profitieren. Dass es sich durchaus lohnen kann, die bei der Landschaftspflege anfallenden Holzhackschnitzel zu vermarkten, darauf ging Andreas Neff von der Fachhochschule Kufstein/Tirol anschließend genauer ein. Durch die auch in Deutschland stark steigende Anzahl von Biomasseheizkraftwerken seien bereits Lieferschwierigkeiten für Scheitelholz zu beobachten, zudem werde Holz immer teurer. Um mit den "Holzabfällen" aber tatsächlich Geld verdienen zu können, müsse das Unternehmen auch etwas dafür tun, so Neff. In erster Linie sind die Qualitätsanforderungen der Kesselhersteller zu beachten und der Brennstoff ist teilweise aufzubereiten. So sei es beispielsweise sinnvoll, die Hackschnitzel auf verschiedene Qualitäten abzusieben und getrennt zu lagern und zu verkaufen.

Der ausführliche Beitrag von Neff ist, ebenso wie die anderen Fachbeiträge der Deutschen Baumpflegetage, nachzulesen im Jahrbuch der Baumpflege 2007, Verlag Haymarket Media GmbH & Co. KG, Braunschweig, Bestell-Nummer 0236, 39,80 Euro. Zu beziehen ist über unseren Verlag (E-Mail: buch@haymarket.de, Tel.: 0531-3800429) auch das neueste Buch von Dr. Franz Alt: "Deutschland ist erneuerbar" (Bestell-Nummer 9999, für 19,80 Euro).