Grüne Branche

Deutsche Floristenmeisterschaft: das denken die „Jungen Wilden“

Die Deutsche Meisterschaft der Floristen 2012 in Berlin war ein großer Erfolg: Besucher standen in dichten Trauben um die Arbeiten der Finalisten, zahlreiche Kamerateams, Radiomoderatoren und die Tagespresse waren ständig vor Ort. Die Moderation übernahmen drei Floristen aus dem Team „Fleurops Junge Wilde“, zu denen der neue Deutsche Meister, Jürgen Herold, ab sofort ebenfalls gehört. Wie die drei Erstplatzierten die floristische Branche und deren Zukunft beurteilen, verrieten sie uns im Interview. 

Wird sich die Floristik nach so einer Meisterschaft verändern? Der Stil? Zum Beispiel bei Sträußen?

Stefan Göttle: Ich stelle fest, dass sich eine gewisse Sättigung an „gezwungen Neuem“ ausbreitet und der Kunde wieder zu alten Werten zurückgreift, sich aber wünscht, dass diese neu interpretiert werden. So war auch mein Strauß bestimmt beim einen oder anderen gewagt und umstritten in der Technik, es fanden sich aber alle klassischen Merkmale von Gestaltung wieder.

Jürgen Herold: Ich glaube, die Floristik ändert sich tagtäglich und immer wieder, da kann so ein Event auch einen impulsgebenden Anteil haben. Aber Floristik ist ja nun mal auch ein Spiegel des Zeitgeschehens. Im Moment versucht eben jeder natürlicher zu arbeiten, als es vor 15 Jahren der Fall war.

Victoria Salomon: Ich glaube, die Sträuße werden jetzt wieder duftiger, luftiger, die Blumen bekommen wieder mehr Freiräume. Wenn man das Handwerk zum richtigen Strauß beherrscht, dann braucht man gar kein Gestell mehr.

In der aktuellen TASPO Ausgabe 35/2012 sprechen die „Jungen Wilden“ unter anderem auch darüber, was für sie in der floristischen Gestaltung tabu ist, welche Ideen, die sie bei der Meisterschaft gezeigt haben, sich im floristischen Tagesgeschäft einsetzen lassen, ob sich die Teilnahme an einer Meisterschaft finanziell überhaupt noch alleine stemmen lässt und wo ihrer Meinung nach die Zukunft der floristischen Branche liegt. (ts)