Grüne Branche

Deutsche Genbank Obst: Apfelnetzwerk gegründet

Die Deutsche Genbank Obst (DGO) dient dazu, die Vielfalt zu bewahren, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein. Als größtes Netzwerk innerhalb der DGO wurde nun ein Apfelnetzwerk gegründet.

Dies gab das Julius Kühn-Institut (JKI) zur ersten Sitzung des Fachbeirates der DGO sowie zur Gründungsversammlung des Netzwerkes "Apfel" am 1. und 2. Oktober 2009 in Dresden-Pillnitz bekannt. Ziel sei, dass die Vielzahl der Apfelsorten in Deutschland an mindestens zwei Standorten angepflanzt bleibt, um sie nachhaltig zu bewahren und zu nutzen. Gemeint sind damit allerdings nicht generell alle Apfelsorten, erläuterte gegenüber der TASPO Dr. Henryk Flachowsky vom Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst in Dresden-Pillnitz. Aufbewahrt werden sollen vor allem deutsche Sorten und Sorten, die eine soziokulturelle, lokale oder historische Bedeutung haben oder wichtige obstbauliche Merkmale wie Resistenzen aufweisen. Diese Kriterien erfüllten rund 950 Apfelsorten eines Gesamtbestandes von knapp 2.400 Apfelsorten in Deutschland.

Das Apfelnetzwerk in der Deutschen Genbank Obst hat sechs Träger, die jeweils über eigene Sammlungen verfügen und diese einbringen. Dies sind die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt (dort ist der Reiserschnittgarten angesiedelt), das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee, die Hermann Cordes Baumschule, das Julius Kühn-Institut, das Landratsamt Kyffhäuserkreis und das Bundessortenamt. In beratender Funktion mit einbezogen ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Das in Dresden-Pillnitz angesiedelte Julius Kühn-Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst koordiniert im Auftrag der Bundesregierung dieses Genbanknetzwerk. Laut Flachowsky klärt diese Koordinierungsstelle im Apfelnetzwerk, an welcher Stelle welche Sorten stehen und wo Anpflanzungen erfolgen sollen. Die Sammlungen sollen ferner nach international vergleichbaren Kriterien, wie beispielsweise die Standards des Europäischen Kooperationsprogramms Pflanzengenetische Ressourcen (ECPGR) oder des Internationalen Verbandes zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (UPOV), bewertet ("evaluiert") werden. Die erfassten Merkmale reichten dabei von der Fruchtform oder -farbe bis zu Resistenzen. Die Daten und auch die Sammlungen sollen öffentlich zugänglich gemacht werden. Dazu gehört laut Flachowsky auch die begrenzte Abgabe von Reisern an Privatleute oder Betriebe über vertragliche Vereinbarungen.

Der in Dresden erstmals zusammengetroffene Fachbeirat für die gesamte Deutsche Genbank Obst besteht aus zwölf gewählten Mitgliedern, so das JKI. Er soll künftig der Koordinierungsstel- le für die Deutsche Genbank Obst am Julius Kühn-Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst in Dresden beratend zur Seite stehen. Der Aufbau der Deutschen Genbank Obst erfolgt seit 2008. Bisher wurde das Netzwerk erfolgreich für Kirschen und Erdbeeren und nun auch für den Apfel eingerichtet.