Grüne Branche

Deutscher Bauerntag: Obst- und Gemüsebauern fordern Ausnahmen beim Mindestlohn

Den Beginn der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auf dem Deutschen Bauerntag 2014 in Bad Dürkheim nutzten Obst- und Gemüsebauern, um auf die Auswirkungen des Mindestlohns auf die heimische Landwirtschaft aufmerksam zu machen. „Wenn es beim Mindestlohn keine Ausnahmen für Saisonarbeitskräfte gibt, ist der Anbau arbeitsintensiver Sonderkulturen nicht nur in Rheinland-Pfalz gefährdet“, so Hermann Reber, Vorsitzender der rheinland-pfälzischen Gemüsebauern. 

Der Vorsitzende der rheinland-pfälzischen Gemüsebauern, Hermann Reber, DBV-Vizepräsident Norbert Schindler, DBV-Präsident Joachim Rukwied, der Präsident des Landesverbandes Erwerbsobstbau Baden-Württemberg, Franz Josef Müller, und der Vorsitzende der rheinland-pfälzischen Obstbauern, Ludwig Schmitt (v.l.n.r.). Foto: DBV

„Bei einem Mindestlohn von 2,21 Euro in Polen und 92 Cent in Rumänien verlieren wir bei einem deutschen Mindestlohn von 8,50 Euro unsere Wettbewerbsfähigkeit“, befürchtet auch Ludwig Schmitt, Vorsitzender der rheinland-pfälzischen Obstbauern, der zusammen mit Reber den beiden Bauernpräsidenten eine Auswahl von Obst und Gemüse aus heimischem Anbau überreichte.

Rund 330.000 Saisonarbeitskräfte vor allem aus Osteuropa werden laut DBV jährlich zur Pflege und Ernte von Sonderkulturen wie Wein, Spargel, Salaten oder Feldgemüsesorten für wenige Wochen im Jahr auf in den Betrieben in Deutschland beschäftigt. Die Arbeitskosten erreichten bei den Sonderkulturen bis zu 60 Prozent der Gesamtkosten.

Die beiden Vorsitzenden der Obst- und Gemüsebauern bestärkten Bauernpräsident Joachim Rukwied und seinen Vizepräsidenten Norbert Schindler, ihr engagiertes, konsequentes Eintreten für eine Ausnahme beim Mindestlohn in der politischen Diskussion unbeirrt fortzusetzen und auf Änderungen des Gesetzesentwurfs zu beharren. Beide Präsidenten hatten in den vergangenen Wochen die wirtschaftlichen Auswirkungen der jetzigen Gesetzesvorlage Vertretern der Bundestagsfraktionen, Arbeitsministerin Andrea Nahles und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel aufgezeigt.

„Ich befürchte, dass wir durch die Einführung des Mindestlohns ohne Augenmaß in der Landwirtschaft Arbeitsplätze und Wertschöpfung verlieren“, erklärte Rukwied beim Treffen mit den Obst- und Gemüsebauern. Über den Mindestlohn wird der Bundestag in der folgenden Woche abstimmen. (dbv)