Grüne Branche

Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2015 gleich zweimal vergeben

Gleich zwei Projekte haben den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2015 gewonnen. Die alle zwei Jahre vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) ausgelobte Auszeichnung geht in diesem Jahr an das „Weltkulturerbe Kloster Lorsch“ und den „Park am Gleisdreieck“. Zudem vergab die Jury fünf Würdigungen und vier Sonderpreise. 

Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis für Kloster Lorsch ...

Mit einem ersten Preis prämierte die achtköpfige Fachjury den neuen Landschaftspark der Weltkulturerbestätte Kloster Lorsch als herausragendes Beispiel, wie historische Relikte und Spuren bewahrt und gleichzeitig auf ihre landschaftlichen Beziehungen zurückgeführt werden können.

Die frühere Klosteranlage werde auf dem „Weg der Natur“ und dem „Weg der Kultur“ nachvollziehbar, so die Jury. Die TOPOTEK 1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten (Berlin) als Entwurfsverfasser habe die baulichen Dimensionen der verlorenen Gebäude mit scharf gezogenen Böschungslinien zu ablesbaren Abdrücken in der Landschaft verwandelt. Bauherren des ausgezeichneten Projekts sind die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen und die Stadt Lorsch.

... und den „Park am Gleisdreieck“

Ebenfalls mit dem ersten Preis gewürdigt wird der „Park am Gleisdreieck“, entworfen vom Atelier LOIDL Landschaftsarchitekten (Berlin). Wie es in der Jury-Begründung heißt, ist das 34 Hektar große Konversionsgebiet von der Stadt-/Landschaftsentwicklung über den Planungs- und Bauprozess bis zur Objekt- und Detailplanung von herausragender Qualität. Hervorgehoben wird außerdem, dass die Planer-Teams und das Land Berlin als Bauherr, vertreten durch die Grün Berlin GmbH, den vielfältigen Anforderungen von unter anderem Anliegern, Betroffenen oder Bürgerinitiativen gerecht werden konnten.

Würdigungen erhalten die folgenden Projekte:

  • Retzbachpark, Gaimersheim – Entwurfsverfasser: Wolfgang Weinzierl Landschaftsarchitekten (Ingolstadt), Bauherr: Markt Gaimersheim
  • :metabolon Entsorgungszentrum Leppe, Engelskirchen – Entwurfsverfasser: Prof. Thomas Fenner, FSWLA Landschaftsarchitektur (Düsseldorf), Bauherr: Bergischer Abfallwirtschaftsverband BAV
  • Neugestaltung Marktplatz Rheydt, Mönchengladbach-Rheydt – Entwurfsverfasser: Planorama Landschaftsarchitektur, Maik Böhmer, Gerd Holzwarth (Berlin), Bauherr: Stadt Mönchengladbach
  • Fischhofpark Tirschenreuth – Entwurfsverfasser: geskes.hack Landschaftsarchitekten (Berlin), Bauherr: Natur in Tirschenreuth 2013
  • Bitscher Platz Lebach – Entwurfsverfasser: club L94 Landschaftsarchitekten (Köln), Bauherr: Stadt Lebach, Bauamt

Vier Sonderpreise beim Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2015

Außerdem vergab die Jury im diesjährigen Wettbewerb um den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis insgesamt vier Sonderpreise. Im Vordergrund der Bewertung stand wie bereits 2011 und 2013 die gestalterische Qualität und städtebauliche Einbindung des Wohnumfelds sowie die Verbindung von Gebäude und Freiraum.

Der Sonderpreis Wohnumfeld geht an die Quartierssanierung Flensburg-Fruerlund – Wohnen für Generationen. Entwurfsverfasser: kessler.krämer Landschaftsarchitekten (Flensburg). Bauherr: IHR Sanierungsträger Flensburger Gesellschaft für Stadterneuerung, Selbsthilfe-Bauverein eG.

In der Kategorie „Infrastruktur und Landschaft“, die aus den Jahr 2013 fortgeführt wurde, ging es um Projekte, die zum Beispiel eine Neuformulierung des Landschaftsbildes von hoher Qualität erreichen und sich durch eine besondere Planungskultur auszeichnen. Ausgezeichnet wurde hier der Interdisziplinäre Wettbewerb für die Planung der Rastanlage „Lange Berge“ an der A 73. Entwurfsverfasser: 15 Arbeitsgemeinschaften aus Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern, Auftraggeber: Autobahndirektion Nordbayern.

Neue Sonderpreis-Kategorien: „Nachhaltige Außenanlagen“ und „Licht im Freiraum“

Einen neuen Sonderpreis widmete der bdla „Nachhaltigen Außenanlagen“. Der Sonderpreis in dieser Kategorie geht an den Energieberg Georgswerder in Hamburg. Entwurfsverfasser: Häfner/Jiménez (Berlin). Bauherr: BSU Hamburg.

Der ebenfalls in diesem Jahr neu ins Leben gerufene Sonderpreis „Licht im Freiraum“ geht an das Kemptener Tor in Kaufbeuren. Entwurfsverfasser: ver.de landschaftsarchitektur (Freising), Bauherr: Stadt Kaufbeuren, Abt. Tiefbau. Mit dem Sonderpreis „Licht im Freiraum“ werden Freiraumplanungen ausgezeichnet, die mit akzentuiertem Licht beispielhafte Wege in der Außenbeleuchtung gehen.

Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis zum zwölften Mal vergeben

Der Deutsche Landschaftsarchitektur-Preis wird in diesem Jahr zum zwölften Mal vergeben. Der bdla als Auslober würdigt damit beispielhafte Projekte in der sozial und ökologisch orientierten Siedlungs- und Landschaftsentwicklung sowie eine zeitgemäße Freiraumplanung.

Den Vorsitz des Preisgerichts, das am 20. und 21. März 2015 in Berlin tagte, hatte Prof. Ulrike Beuter, Planergruppe Oberhausen. Der Jury gehörten außerdem an:

  • Carmen Dams, Amt für Stadtgrün und Friedhöfe (Saarbrücken),
  • Gretel Hemgård, Maisemasuunnittelu Hemgård (Helsinki/Finnland),
  • Dr. Bernd Hunger, Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW (Berlin),
  • Claus Käpplinger, Stadt- und Architekturkritiker (Berlin),
  • Reiner Nagel, Vorstand Bundesstiftung Baukultur (Potsdam),
  • Till Rehwaldt, Rehwaldt Landschaftsarchitekten (Dresden), Präsidium des bdla,
  • Lutze von Wurmb, Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (Bad Honnef).

Mit der offiziellen Preisverleihung am 18. September in Berlin werden die prämierten und gewürdigten Arbeiten der Öffentlichkeit vorgestellt. (ts/bdla)