Grüne Branche

Die Arbeit „hinter“ dem Blumenstrauß

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt bricht eine Lanze für die rund 35.000 Floristen der Republik. Denn besonders an den geschäftsträchtigen Tagen des Jahres arte der Beruf zur Schwerstarbeit aus. Eine faire Entlohnung sei Pflicht für die Branche.

Mit dem Binden alleine ist es nicht getan. Die IG BAU fordert, Floristen fair zu entlohnen. Foto: Christian Mannsbart

Floristen: Der Tag beginnt in aller Frühe auf dem Großmarkt

„Wie viel Arbeit in einem schönen Blumenstrauß steckt, sieht kaum ein Kunde. Es ist nicht mit dem Binden getan, sondern der Tag beginnt oft in aller Frühe mit der Fahrt zum Großmarkt“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Harald Schaum.

„Blumen, Töpfe und Säcke voller Erde müssen getragen werden. Anschließend heißt es, den ganzen Tag stehen und unter Zeitdruck Blumen fachmännisch und kreativ zu Sträußen binden. Es ist nur fair, wenn dieses Engagement und die harte Arbeit gerecht honoriert werden“, so Schaum weiter.

IG BAU: Tarifabschluss für Floristen wirkt sich nicht negativ aus

Immerhin habe die Industriegewerkschaft nach elf Jahren ohne Tarif einen solchen Vertrag für Floristen erfolgreich mit der Arbeitgeberseite im vergangenen Jahr abschließen können. Die Regelarbeitszeit wurde von 41 auf 39 Wochenstunden gesenkt. Aktuell erhalten die Fachkräfte im Westen 10,26 Euro pro Stunde. Im Osten liegt das Eckentgelt bei 8,80 Euro. Das bedeutet rund 600 Euro brutto mehr im Jahr, als es der Mindestlohn verlangt.

„Die große Sorge der Arbeitgeber, dass Kunden bei höheren Blumenpreisen ausbleiben, war unberechtigt. Nach wie vor sind Blumensträuße eine der beliebtesten Aufmerksamkeiten“, sagte Schaum. „Schon im Weihnachtsgeschäft haben wir gesehen, dass sich der Tarifabschluss nicht negativ auf die Nachfrage ausgewirkt hat. Zum jetzigen Valentinstag stellen wir das Gleiche fest.“