Die berühmten Erdbeeren von Wimbledon

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Täglich werden um 5 Uhr früh bei Hugh Lowe Farms die Erdbeeren von Hand gepflückt und nach Wimbledon geliefert. Foto: Screenshot

Das Tennis-Turnier Wimbledon und frische Erdbeeren gehören traditionell fest zusammen. Als beliebter Snack werden täglich über 8.600 Portionen verkauft. Produziert werden die „Wimbledon-Erdbeeren“ regional rund 50 Kilometer vom Turnier entfernt und täglich geerntet und geliefert.

Traditionelles Turnier mit traditionellem Erdbeer-Snack  

In London findet aktuell das wohl berühmteste und älteste Tennis-Turnier der Welt statt. Zum ersten Mal 1877 ausgetragen ist Wimbledon das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres und das einzige, welches auf Rasen ausgetragen wird. Im Nordlondoner Stadtteil Wimbledon duellieren sich hier die weltbesten Tennisspielerinnen und -spieler um den prestigeträchtigen Pokal und ziehen jährlich massenhaft Zuschauer an, die kulinarisch versorgt werden wollen. Zu den beliebtesten Snacks der Besucher gehören unter den Tennis-Fans traditionell Erdbeeren. Zwar nicht von Beginn an, doch schon seit 1983 gehören die Früchte zu den Verkaufsschlagern beim Tennis in Wimbledon. Im Durchschnitt gehen während des zwei Wochen dauernden Turniers pro Tag über 8.600 Schalen Erdbeeren über den Tisch.

Erdbeeren preisstabil seit 2010

Die Schale Erdbeeren mit Schlagsahne enthält etwa zehn Früchte und wird 2022 für etwas unter drei Pfund (etwa drei Euro) verkauft. Trotz gestiegener Preise für Betriebsmittel, Transport und Logistik bewegt sich der Preis für die Schale Erdbeeren in Wimbledon seit mittlerweile 2010 auf einem konstant gleichbleibenden Niveau. Hier haben sich die Veranstalter des Grand Slams dazu entschieden, die gestiegenen Preise nicht an den Endverbraucher und Besucher weiterzugeben.  

Täglich geerntete Erdbeeren für Wimbledon

Die Erdbeeren kommen dabei täglich frisch vom Feld und zwar aus dem 31 Meilen (rund 50 Kilometer) entfernten Betrieb Hugh Lowe Farms aus Mereworth. Das Familienunternehmen begann 1893 und wird heute von Marion Lowe geführt. In den örtlichen Wäldern fand Firmengründer Bernard Champion einst Walderdbeeren vor, so dass er mit dem Ehrgeiz, ein führender Obstanbauer zu werden, seine erste Ernte anpflanzte, die er und sein Bruder auf dem Markt in Covent Garden verkauften. 1955 übernahm Champions Enkel Hugh Lowe den Betrieb und verlieh dem Unternehmen seinen Namen. Lowes Tochter Marion Regan übernahm schließlich die Geschäftsführung und ist heute mit ihrem Mann Jon Regan verantwortlich. Über die Jahrzehnte wuchs der Betrieb auf rund 500 Hektar an und gehört zu den größten Beerenobstbetrieben des Vereinten Königreichs. Seit mittlerweile 25 Jahren beliefert Hugh Lowe Farms das traditionelle Tennis-Turnier mit frischen Früchten. Diese werden jeden morgen während der Wimbledon Championships von Hand gepflückt und nach Nordlondon geliefert.