Grüne Branche

Die Bestattungsriten der Juden

Durch den Holocaust wurde das jüdische Leben beinahe vollständig vernichtet. Sichtbarstes Zeichen dieser bedeutsamen Kultur sind die Friedhöfe. Prof. Dr. Reiner Sörries über die Bestattungstradition der Juden in Deutschland.

Eingangstor zum neuen jüdischen Friedhof auf dem Westfriedhof in Rostock, 1996 eröffnet. Foto: R. Sörries

Während viele Synagogen niedergebrannt wurden, blieben viele jüdische Friedhöfe aus unterschiedlichen Gründen unangetastet. Die ältesten unter ihnen reichen bis in das hohe Mittelalter zurück, doch nicht weniger bedeutsam sind jene, die noch im frühen 20. Jahrhundert neu angelegt wurden. Juden hatten immer eigene Friedhöfe, zum einen, weil sie auf den christlichen Kirchhöfen nicht geduldet waren, zum anderen, weil eigene Friedhöfe Ausdruck ihrer Identität und ihres Selbstbewusstseins waren. Ihr Merkmal ist, dass sie auf Dauer angelegt sind und die Grabstätten als unverletzlich gelten. Das war früher ein Problem, wenn die Friedhofsflächen voll belegt waren – und das ist mancherorts auch heute ein Problem, wenn jüdische Gemeinden wieder wachsen. Denn bisweilen sind die Kapazitäten der alten Friedhöfe erschöpft, und neue Friedhöfe müssen angelegt werden. Lesen Sie mehr in der August-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 17.