Grüne Branche

Die Gestaltung von Todesanzeigen

Drei Monate lang untersuchte Prof. Dr. Gerhard Stoffert Todesanzeigen aus zwei Tageszeitungen. Er wertete nach verschiedenen Kriterien aus, etwa welche Symbolik oder Trauersprüche verwendet wurden. In der Friedhofskultur stellt er seine Ergebnisse dar.

Im Laufe der Zeit verändert sich viel im Althergebrachten, so auch bei der Gestaltung von Todesanzeigen. Daher soll der heutige Stand der Gestaltung von Traueranzeigen in der Tageszeitung einer kleinen Stadt, der „Wolfenbütteler Zeitung“ (WZ), und in der Tageszeitung einer zehnmal größeren Stadt, der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ), untersucht werden. Wolfenbüttel hat etwas mehr als 50.000 Einwohner, Hannover rund 500.000. Diese Untersuchung erstreckt sich über die drei Monate von Juli bis September 2013.

In diesem Zeitraum wurden 1.300 Todesanzeigen veröffentlicht, von denen die Anzeigen der Firmen und Vereine unberücksichtigt blieben, so dass die 1.100 Familienanzeigen Gegenstand dieser Untersuchung sind. In Hannover wurden mit 632 Anzeigen rund ein Viertel mehr Anzeigen ausgewertet als in Wolfenbüttel mit 468 Anzeigen.

Mit Ausnahme von zwei randlosen Todesanzeigen waren alle Anzeigen mit einem schwarzen Rand versehen. Dieser variierte von schmal bis sehr schmal und hatte öfters zwei bis drei Umrandungen, bei zwei Umrandungen war der eine Rand stärker als der andere. Die 543 Abbildungen waren zumeist links in der Anzeige zu sehen, in einzelnen Fällen aber auch oben rechts. In der Regel standen die 315 Sprüche oben rechts. Es waren auch 74 Vollbilder zu sehen, die den gesamten Hintergrund der Anzeige füllten. Disese Vollbilder erschwerten oft das Lesen des Trauertextes. Dies war besonders ausgeprägt, wenn die Bilder farblich, wenn auch immer nur einfarbig, gestaltet waren. Farbbilder wurden nur in der WZ angeboten. Davon wurde 143-mal (31 Prozent der Fälle) Gebrauch gemacht. In der Regel waren es nur die Abbildungen, zumeist Blüten, die farbig gedruckt wurden. Abbildung 1 zeigt eine der wenigen Anzeigen, die völlig schwarz hinterlegt war. Die verlöschende Kerze beeindruckt, die Schrift ist in weiß gehalten. Öfter jedoch sind Anzeigen zu sehen, die nur zur Hälfte oder noch weniger einen schwarzen Hintergrund haben. Diese Anzeigen fallen sofort auf, müssen aber eine bestimmte Größe haben. Eine ganz in hellblau eingefärbte Anzeige soll vermutlich den Himmel symbolisieren. Mehr dazu in der Juni-Ausgabe der Friedhofskultur.