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Die Kennzeichen und Rituale der weltlichen Trauerfeier

Die weltliche Bestattung gilt als die Alternative zur kirchlichen Bestattung. Die andere Bezeichnung, die säkulare Bestattung, deutet auf die Säkularisierung hin, das Loslösen gesellschaftlicher Gruppen von den bisherigen Bindungen der Kirche. Dr. Klaus Dirschauer beschreibt die Kennzeichen und Rituale der weltlichen Bestattung.

Bei weltlichen Trauerfeiern steht das Würdigen eines Menschen im Vordergrund. Foto: Bernd Litke

Die kirchliche Bestattung hat einen gottesdienstlichen Ursprung des Passagerituals – gleich welcher Konfession. Sie ist ein Trauergottesdienst anlässlich des Todesfalls eines Gemeindegliedes der Kirchengemeinde.
Zu den Grundzügen des kirchlichen Bestattungsrituals gehören die liturgischen Voten (Gruß, Segen) und Gesten (Händefalten, Kreuzschlagen, Segnen), die biblischen Lesungen (Psalmen, Neues Testament), die Choräle aus dem evangelischen oder katholischen Gesangbuch, die Trauerpredigt auf der Grundlage eines Bibeltextes, die Gebete (Glaubensbekenntnis, Fürbitten, Vaterunser) und schließlich das Erscheinungsbild des evangelischen Geistlichen (Kreuz, Talar, Beffchen). Das alles fällt bei einer weltlichen Bestattung weg, denn es kann nicht mehr in Anspruch genommen werden. Ein erfahrener Trauerredner weiß darum und ist sich bewusst, dass ihm diese geistig-geistlichen Ressourcen nicht ohne weiteres zur Verfügung stehen. Mehr dazu in der September-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 15.