Grüne Branche

„Die Liebe höret nimmer auf“

Menschen mit HIV und Aids werden zu Lebzeiten oft ausgegrenzt, manchmal bis über den Tod hinaus. Vor vier Jahren wurde deshalb auf dem Frankfurter Hauptfriedhof eine Gemeinschaftsgrabstätte eingeweiht, die ein würdiges Gedenken an die Toten ermöglichen soll.

Menschen mit HIV und Aids werden zu Lebzeiten oft ausgegrenzt, manchmal bis über den Tod hinaus. Vor vier Jahren wurde deshalb auf dem Frankfurter Hauptfriedhof eine Gemeinschaftsgrabstätte eingeweiht, die ein würdiges Gedenken an die Toten ermöglichen soll. Seit mehr als 30 Jahren ist die Immunschwächekrankheit Aids bekannt. Obwohl sie heute relativ gut behandelt (aber nicht geheilt) und oftmals über lange Zeiträume in Schach gehalten werden kann, sterben jedes Jahr immer noch tausende Menschen daran (1,8 Millionen Todesfälle weltweit, Quelle: UNAIDS). An der Krankheit starben im vergangenen Jahr deutschlandweit 500 und allein in Frankfurt am Main 80 Personen, überwiegend im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. Für Gedanken an Tod und Begräbnis fehlen oft die Zeit und Kraft. Viele Betroffene haben zudem keine Angehörigen (mehr) und niemanden, der ein Grab pflegen könnte. Im Juni 2008 wurde unter Trägerschaft der Aids-Hilfe Frankfurt auf dem Hauptfriedhof eine Grabstätte für diesen Personenkreis eingeweiht.

Frankfurts Bürgermeisterin Jutta Ebeling sagte während der Eröffnungsfeierlichkeiten: „Die Trauer braucht einen Ort, die Idee der Gemeinschaftsgrabstätte entspricht der Lebenswirklichkeit vieler Menschen.“ Viele Erkrankte wünschen sich noch zu Lebzeiten eine würdige Bestattung am Ort ihres Lebensmittelpunktes, in einem Gemeinschaftsgrab mit gesicherter Pflege. Die Frankfurter Aids-Hilfe griff diesen Gedanken auf, übernahm die Patenschaft eines denkmalgeschützten Urnengrabes von 1929 (Gewann F, Grabnummer 465 u) und schrieb einen Bildhauer-Wettbewerb für die Gestaltung der Grabstätte aus. Sie liegt auf einem kleinen Hügel, ist etwa sieben mal sieben Meter groß und wird eingerahmt von zwei Sandsteinmauern im rechten Winkel. Mehr dazu in der September-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 8.