Grüne Branche

Die Sache mit dem X: Saxonia-Birnen aus Sachsen

Schwachwachsende neue Sorten bereichern das Birnen-Sortiment
Hohe Fruchtqualität, ertragreich, möglichst schwacher Wuchs, früh einsetzender, hoher und regelmäßiger Ertrag, geringer Krankheitsbefall - das waren die vorrangigen Ziele des Naumburger Züchtungsprogramms, das später in Dresden-Pillnitz fortgesetzt wurde. Heraus kam eine Reihe neuer Sorten, deren Bekanntsheitsgrad am Markt noch nicht sehr ausgeprägt scheint.

Die Züchtungsgeschichte dieses speziellen Birnensortiments geht zurück bis in das Jahr 1961, als Dr. Gisela Mildenberger in Naumburg/Saale, in einer Zweigstelle des Instituts für Obstforschung Dresden-Pillnitz, mit der Züchtungsprogramm begann. Ab 1971 führte Dr. Manfred Fischer die Selektionsarbeiten in Pillnitz fort. 2001 wurden die ersten von ihm und seinen Kollegen gezüchteten Sorten vom Institut in Dresden-Pillnitz herausgegeben. Diese werden heute, ebenso wie die Saxonia-Sorten, durch die DSG Berlin lizenzrechtlich vertreten. 2004 erfolgte die zweite Serie. Bis sie auf Plantagen und in Gärten einzogen dauerte es.

Zu dieser Zeit hat der Markt keinen großen Wert auf Birnen gelegt, erklärt Wolfgang Müller. Er hat mit seiner Baumschule in Oschatz die Lizenz- und Vermarktungsrechte für die zweite Serie übernommen und einen Großteil dieser neuen Sorten zusammen mit Dr. Fischer als „Saxonia"-Birnen als Markennamen deklariert: eine neue Generation von Birnen, in Sachsen gezüchtet. Es hat eine Reihe von Jahren gedauert, bis diese Sorten allmählich publik wurden. Kleingartenbesitzer zeigten sich für die neuen Sorten offen, der Erwerbsobstbau zögerte. Als die neuen Sorten publik wurden, sei der Birnen-Markt sehr begrenzt gewesen und größtenteils vom Ausland bedient worden. Inzwischen sieht das anders aus. „Die Birne hat an Stellenwert zugenommen“, betont Müller.

Einen ausführlichen Bericht und eine detaillierte Sortentabelle finden Sie in Ausgabe 11/ 2011 Deutsche Baumschule.