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Die Verwaltung des Todes

Der Tod beendet das Leben - doch beendet er auch soziale Verhältnisse? Der Friedhof steht für eine „über-subjektive“ Gemeinschaftsform und eine über die Erinnerung des sozialen Umfeldes hinaus reichende Adressierbarkeit. Obwohl er von erheblicher gesellschaftlicher Relevanz ist, fristet der Sinnrahmen der Sepulkralkultur in der Soziologie bislang ein Schattendasein. Dieses gut verständliche Buch versucht, Licht in dieses Thema zu bringen.

Die Hinterbliebenen haben auf dem Friedhof die Möglichkeit, durch Sinnsetzungen und symbolische Abschiedsrituale mit dem Tod, vor allem aber mit dem Leben der Verstorbenen umzugehen. Zuvor setzt die „Verwaltung des Todes“ ein: Die Transformation des lebendigen Leibes in einen toten Körper wird von institutionellen Mechanismen begleitet, für die sozialpsychologische Dimensionen eher nebensächlich sind. Die heutigen Bestattungsriten zeigen jedoch, mit jedem Todesfall werden Handlungen akut , die vor allem für die Lebenden von Bedeutung sind.

Das vorliegende Buch integriert beide Dimensionen: Auf die Analyse der Verwaltungsabläufe, die in Gang kommen, wenn jemand stirbt, folgen Konturen einer Soziologie des neuzeitlichen Friedhofs. Sie machen die Veränderungen sichtbar, die sich aktuell vollziehen.
„Die Verwaltung des Todes. Annäherung an eine Soziologie des Friedhofs“, von Thorsten Benkel. Freiburger Beiträge zur Kultur- und Sozialforschung, 173 Seiten, 32 sw- Fotos, TB, 23,50 Euro, ISBN 978-3-8325-3126-3. fk/jen