Grüne Branche

Die „Vielfältigkeit des Lebens“: Erste Ruhegemeinschaft Schleswig-Holsteins

Zweieinhalb mal vier Meter groß ist die erste Ruhegemeinschaft Schleswig-Holsteins. Das Urnenfeld wurde angelegt auf einer ehemaligen Wahlgrabstätte innerhalb eines Wahlgrabfeldes auf dem zweiten kirchlichen Friedhof in Bad Segeberg und kann 16 Urnen aufnehmen.

Friedhofsgärtner Jörg Christensen und Nadja Reumann von der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Schleswig-Holstein sind zwei der Vertragspartner für die Ruhegemeinschaft in Bad Segeberg, der dritte ist die Kirchengemeinde als Friedhofsträger. Foto: Jennerich

Eine ist bereits beigesetzt, erläutert Jörn Christensen, Inhaber der gleichnamigen Einzelhandels- und Friedhofsgärtnerei direkt am Friedhof bei der offiziellen Einweihung des Feldes Ende April. Mit seiner Idee zu dieser Ruhegemeinschaft rannte Christensen bei den Mitgliedern des Kirchengemeinde-Friedhofsausschusses offene Türen ein. Ihm wurde die Grabfläche kostenlos zur Verfügung gestellt. Und auch die Treuhandstelle für Dauergrabpflege Schleswig-Holstein als dritte Beteiligte an diesem Gemeinschaftsprojekt war angetan. Diese Dreierkonstellation ist in Schleswig-Holstein – mit Ausnahme von Lübeck und der Lübecker Treuhandstelle – ein Novum in Schleswig-Holstein.

Die Ruhegemeinschaft stellt unter finanziellem Blickwinkel gesehen eine Nische dar zwischen dem namenlosen und dem individuellen Urnengrab, für das eine Dauergrabpflege drei bis dreieinhalb mal so teuer ist. Abgesehen von den aktuell 1.255 Euro Friedhofsgebühren kostet eine Grabstelle der Ruhegemeinschaft 1.450 Euro. Die Gärtnerei Christensen ist mit der fertig angelegten Anlage inklusive der zwei Grabstelen aus der ausdrucksstarken Steinart „Woodline“ in Vorleistung gegangen. Sie bietet für diese Gesamtsumme außerdem die Grabpflege über die gesamte Ruhefrist von 20 Jahren, die dreimalige Wechselbepflanzung pro Jahr plus Wintereindeckung, Grabüberholungen und -erneuerungen während der Vertragslaufzeit, soweit erforderlich, und die Inschrift auf einer der Stelen (Name, Geburtsname, Geburts- und Sterbejahr) an. Lesen Sie mehr dazu in der Friedhofskultur 7/2012 auf Seite 12.