Grüne Branche

Diebstahl - und was nun? Tipps und Verhaltensregeln

Ladendiebe werden heute immer kreativer, professioneller und leider auch gewaltbereiter. Deshalb ist es unerlässlich für jeden, der im Verkauf tätig ist, sich mit diesem Thema noch mehr als in der Vergangenheit auseinander zu setzen, so die Erfahrungen von Hans-Günther Lemke, Trainer für Führung und Verkauf (Porta Westfalica). Allein im Jahr 2006 wurden im deutschen Einzelhandel schätzungsweise Waren im Wert von rund vier Milliarden Euro gestohlen. Die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher. Oft wird erst im Handel reagiert, wenn die Inventurergebnisse feststehen. Oft zu spät, wenn die Inventurdifferenz im Verhältnis zum Umsatz zu hoch ist und dadurch Arbeitsplätze und notwendige Betriebsergebnisse gefährdet sind. Eine gute Möglichkeit, Diebstahl im Geschäft zu verhindern, ist der Einsatz von elektronischen Artikelabsicherungen. Jedoch auch eine kostspieligere Möglichkeit, die sich nicht "jeder" leisten kann. Deshalb gilt es, seine Mitarbeiter noch sensibler für dieses Thema zu machen, meint Lemke. Hier die wichtigsten Tipps und Verhaltensregeln:

- Wie erkenne ich einen Ladendieb? Viele Ladendiebe machen durch bestimmte Verhaltensweisen auf sich aufmerksam wie zielloses und unentschlossenes Umherlaufen im Laden, unruhiges und misstrauisches Beobachten von Käufern und Verkäufern (der ehrliche Kunde interessiert sich für die Ware, nicht für sein Umfeld), genaues Verfolgen aller Vorgänge im Verkaufsraum. Auch ein häufiger Wechsel des Standorts und das Wiederkehren an einen Standort sowie langes, eingehendes Betrachten der Ware und Interesse für die unterschiedlichsten Artikel, die in die Hand genommen werden, häufig aber auch wieder zurückgelegt werden, können ein Zeichen sein. Sinn und Zweck dieser Aktivitäten ist das Warten auf eine günstige Gelegenheit.

- Wann sind Ladendiebe am meisten aktiv? Gestohlen wird rund um die Uhr. Ladendiebe sind aber dann besonders aktiv, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Das können sowohl die hektischen Geschäftsstunden mittags oder abends sein als auch die ruhigen Zeiten im Laden, in denen die Aufmerksamkeit des Personals nachlässt. Diebe nutzen beispielsweise den Massenandrang bei Neueröffnungen und Sonderaktionen oder vor Feiertagen wie Weihnachten und Ostern. Die Monate mit der höchsten Ladendiebstahlsquote sind März, April, November, Dezember. Die beliebtesten Wochentage sind Montag, Freitag und Samstag.

- Wie verhalte ich mich beim Stellen eines Ladendiebs? Es gilt, Ruhe zu bewahren und nicht hektisch zu sein, da sich dies sonst auf den "Ertappten" überträgt. Wichtig ist es, zum richtigen Zeitpunkt einzuschreiten: Erst, wenn der Ladendiebstahl zweifelsfrei feststeht, sollte eingegriffen werden - in der Regel hinter dem Kassenbereich. Das Gespräch mit dem Dieb ist immer im Beisein eines Zeugen zu führen. Körperliche Durchsuchungen dürfen nicht von Mitarbeitern oder Betriebsinhabern durchgeführt werden - dies ist nur der Polizei erlaubt. Beweise sind zu sichern, das heißt, es ist darauf zu achten, dass der Ladendieb die gestohlene Ware nicht auf dem Weg in das Büro ablegt. Die Polizei ist dann hinzuzuziehen, wenn sich der Dieb nicht ausweisen kann oder ein Wiederholungstäter ist. Sollte ein ehrlicher Kunde zu Unrecht beschuldigt worden sein, ist es das mindeste, sich sofort und ausdrücklich zu entschuldigen. Bei allen Maßnahmen gegen Ladendiebstahl sollte niemals vergessen werden: "Jeder Dieb kommt als Kunde, aber nicht jeder Kunde ist ein Dieb!" Lemke hat dazu mehrere Bücher herausgebracht.

Weitere Informationen gibt es per E-Mail: Lemke-porta@t-online.de oder unter www.lemke-training.de