Grüne Branche

Digitales Auge erkennt Sturmschäden im Bahnverkehr

Stürme wie „Friederike“ oder „Burglind“ hinterlassen immer wieder Spuren der Verwüstung. Die Verkehrslinien der Deutschen Bahn sind besonders gefährdet, vor allem umgestürzte Bäume bergen ein hohes Risiko. Jüngst wurde sogar gefordert, mehr Bäume entlang von Bahntrassen zu fällen. Um das zu verhindern, könnte eine Technologie zur 3D-Rekonstruktion und -analyse des Streckennetzes helfen, die derzeit von mehreren Partnern aus Eisenbahnwesen und Forschung entwickelt wird, darunter das Eisenbahn-Bundesamt und das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS).

Kontrolle der Bahnstrecken bald digital? Foto: Eisenbahn-Bundesamt

Ziel des Forschungsprojekts „Zustandsüberwachung des Gleisumfeldes“ (ZuG) ist es, die aufwendige Kontrolle und Instandhaltung der Bahnlinien und der umliegenden Vegetation zu verbessern. Hierzu werden Technologien entwickelt, die künftig das Bahnpersonal entlasten: Denn derzeit übernimmt der Lokführer beim Fahren noch alleine eine wichtige Sicherheitsfunktion, indem er die Infrastruktur rund um die Gleise beobachtet und Auffälligkeiten an eine Koordinationsstelle weiterleitet.

Mit ZuG soll diese Streckenbeobachtung künftig automatisiert werden: Stereokameras werden auf ein Triebfahrzeug montiert und liefern Bilder, die in regelmäßigen Intervallen in 3D-Modelle der Strecke umgewandelt werden. Der Vergleich mit Daten des Vortags erlaubt das Erkennen kurzfristiger Veränderungen, die eine hohe oder akute Gefahr darstellen. Beim Vergleich mit Vorjahreswerten können längerfristige Veränderungen erkannt werden. So könnten Gefahren etwa durch umsturzgefährdete Bäume minimiert werden.
Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gibt 2,5 Millionen Euro für „ZuG“.IAIS/db

Viele weitere Nachrichten finden Sie aus in der Printausgabe der Ausgabe 02/2012 der Deutschen Baumschule.