Digitalisierung in Produktion und Vermarktung von regionalen Zierpflanzen

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Ein Projekt der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen befasst sich mit dem Einsatz modernster Techniken im regionalen Zierpflanzenbau. Foto: dlohner / Pixabay

Ein aus EU- und Landesmitteln finanziertes Projekt, geleitet von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, befasst sich aktuell mit dem Einsatz moderner Technologien im Zierpflanzenbau. Ziel des Projekts ist es, durch hochauflösende digitale Film- und Videotechniken und einer Mixed Reality Brille zur Qualitätssicherung in der Produktion und zur Verbesserung der Vermarktung im Produktions- und Dienstleistungsgartenbau beizutragen. Der Fokus liege dabei auf regionalen Zierpflanzen.

Digitalisierung biete viele Möglichkeiten

Die fortschreitende Digitalisierung in allen Lebensbereichen führe laut Landwirtschaftskammer zu gewandelten Ansprüchen von Seiten der Kundschaft. Zudem biete die Digitalisierung Gewerbe-betreibenden Personen die Möglichkeit, neue Potenziale zur Erweiterung des bestehenden Geschäftsmodells zu erschließen.

Digitalisierungsgrad in Unternehmen wird festgestellt

Ein Zusammenschluss aus Geschäftsleuten entlang der gärtnerischen Wertschöpfungskette (Kraege Beerenpflanzen, Baumschulen W. Jurgelucks, Gärtnerei Murrenhoff, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen) ist an diesem Projekt beteiligt, welches durch den Projektpartner Tausent UG begleitet wird. Das Unternehmen Tausent ist spezialisiert auf Telekommunikationsdienstleistungen und bringe seine Kompetenzen bei der Einrichtung von digitalen Funknetzten in die operationelle Gruppe ein. Zunächst wurde eine Checkliste entwickelt, mit der der Digitalisierungsgrad der beteiligten gartenbaulichen Betrieben festgestellt wird. Die Unternehmer erhalten durch diese einzelbetriebliche Analyse Handlungsoptionen zur Digitalisierungsthemen in ihren Betrieben aufgezeigt.

Einsatz von digitalen Technologien werden erprobt

In den darauffolgenden Projektphasen werden auf Grundlage der Geschäftsmodelle von den Unternehmen und unter Berücksichtigung der „Checkliste Digitalisierung“ selektiv digitale Technologien eingesetzt und in den Projektbetrieben erprobt. Der Fokus bestehe hierbei auf dem Einsatz bildgebender Technologien und der Etablierung eines bidirektionalen 5G-Übertragungsnetzwerkes für Bild- und Tonsignale. Der Einsatz von „Augmented Reality Brillen“ sei dabei beabsichtigt und mögliche Einsatztechniken, wie zum Beispiel im Bereich der Sortensichtung, der Produktion, oder in Beratungssituationen sollen anschließend evaluiert werden. Im Projektverlauf sind weitere digitale Methoden im Marketing geplant, wie beispielsweise technische Methoden, die Bildbewegungen der Augen erfassen (Eye-Tracking). Hierbei wird untersucht, wie die Aufmerksamkeit der Kundschaft in Bezug auf regional produzierte Pflanzen ist, oder wie die Präsentation im Geschäft optimiert werden könne.

Abschließend entwickeln die Projektbeteiligten aus den gewonnenen Erfahrungen ein Bildungskonzept und stellen Anleitungen zur Verfügung, um die gewonnenen Erkenntnisse und Potenziale für weitere Gartenbauunternehmen verfügbar zu machen. Das Projekt erstreckt sich noch bis Ende 2022.