Grüne Branche

Digitalisierung und Automatisierung im Gartenbau

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Beim dritten Symposium für Ökonomie im Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf standen Digitalisierung und Automatisierung im Mittelpunkt und welche Chancen, sowie Herausforderungen sich damit für den Gartenbau ergeben.

Die Organisatoren Dr. Walter Dirksmeyer vom Institut für Betriebswirtschaft des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vorne rechts) und Prof. Dr. Klaus Menrad von der Fakultät 'Gartenbau und Lebensmitteltechnologie' der HSWT (erste Reihe, Zweiter von links) mit den Referentinnen und Referenten des Symposiums. Foto: HSWT

Globale Megatrends beeinflussen Alltag

Insgesamt 70 Gäste folgten der Einladung auf den Campus Weihenstephan der HSWT und informierten sich in den verschiedenen Vorträgen über zukünftige Möglichkeiten, die sich für den Gartenbau im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung ergeben. Als globale Megatrends wird nicht allein der Alltag der Menschen beeinflusst, auch Produktion und Handel entwickeln sich rasend schnell. Auch die gartenbaulichen Wertschöpfungsnetzwerke werden demnach davon beeinflusst. Je früher sich die Gartenbaubranche aktiv mit diesen Zukunftsthemen beschäftigt, desto eher kann sie die Chancen dieser Entwicklung gewinnbringend nutzen und die bevorstehenden Herausforderungen erkennen und bewältigen.

Gartenbau ist Veränderungen unterworfen

Bei der Produktion, der Distribution oder dem Verkauf gartenbaulicher Produkte und Dienstleistungen - in allen Sparten ist der Gartenbau durch Digitalisierung und Automatisierung Veränderungen unterworfen. Neue technische Möglichkeiten bieten einerseits Chancen, so zum Beispiel bei einer ressourcenschonenderen Produktion, einer optimierten Logistik, neuen Formen des Verkaufs und der Kundeninformation oder für eine effizientere Koordinierung von Wertschöpfungsnetzwerken. Andererseits wurden auch Zweifel deutlich im Hinblick auf stärkere Abhängigkeiten von dominanten Akteuren, Datenschutz und -sicherheit, Verlust von Arbeitsplätzen oder steigenden Anforderungen an betroffene Arbeitnehmer.

Smart-Farming-Technologien in der Landwirtschaft

Ob und wann Landwirte und Gartenbauer durch Roboter ersetzt werden beantwortete Prof. Dr. Achim Walter von der ETH Zürich deutlich mit nie. In seinem Vortrag zum Thema Smart Farming-Technologien in der Landwirtschaft betonte er aber auch, dass sie zunehmend von Robotern unterstützt werden. Walter stellte bereits existierende Roboteranwendungen und Anwendungen von Bildverarbeitungen im Pflanzenbau sowie Forschungsansätze seiner Arbeitsgruppe vor.

4.0-Technologien im Gartenbau

Dass die Automatisierung im Gartenbau bereits weit fortgeschritten sei, besonders im Zierpflanzenbau und bei der Aufbereitung, dem widmete sich Dr. Martin Geyer vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie. Herausforderungen seien beispielsweise komplexe Arbeiten an der Pflanze wie etwa die selektive Ernte und die Beherrschbarkeit der Datenflut. Zu den Vorteilen zähle zum Beispiel die Verringerung der Ernteverluste durch optimierte Prozessketten. Einblicke von Unternehmensseite gab zu diesem Thema Rainer Carstens, Geschäftsführer der Westhof Bio-Gemüse GmbH & Co. KG. Sein Ziel sei es, vorhandene computerbasierte Systeme zu optimieren und die gesamte Wertschöpfungskette mittels der Integration von intelligenter Software zur vernetzen. Tanja Dworschak vom Nürnberger Kräuterproduzenten Bioland KräuterGut berichtete von den Erfahrungen des Unternehmens mit digitalen Prozessen in der Produktion.
Weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichteten in Kurzvorträgen über Ergebnisse und Zwischenstände laufender oder abgeschlossener Forschungsprojekte im Bereich der Gartenbauökonomie. Ein detaillierter Tagungsband zum Symposium wird voraussichtlich im Februar 2020 erscheinen.