Grüne Branche

Dithmarscher Tomaten dank Bioenergie

Den Anbau von Tomaten mit Energie aus der Natur hat man sich in Hennstedt in Dithmarschen auf die Fahnen geschrieben. Der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher weihte am 12. Dezember das neu errichtete Biomasseheizkraftwerk der Biokraft Hennstedt Dithmarschen ein, teilt das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in einer Pressemeldung mit. Das Biomasseheizkraftwerk Hennstedt besteht aus einer Biogas- und einer Holzkesselanlage. In beiden Anlagenkomponenten wird durch Kraft-Wärme-Kopplung Wärme und Strom erzeugt. Für die Stromproduktion in der Holzkesselanlage wird dabei die Dampfturbine mit Silikonöl anstatt üblicherweise mit Wasser betrieben. Mit dieser innovativen Technik erfolgt die Energieübertragung bereits bei niedrigeren Temperaturen und Drücken als bei Wasser. Mit der gewonnenen Wärme wird der Betrieb der Hennstedter Gewächshaus GmbH versorgt, der sich in unmittelbarer Nähe zum Areal der Biomasseanlage angesiedelt hat und Tomaten anbauen wird. Für die Tomatenproduktion liefert das Biomasseheizkraftwerk darüber hinaus noch Kohlendioxid zur Wachstumsförderung. Die Hennstedter Gewächshaus GmbH, deren Anlagen sich derzeit noch im Bau befinden, will jährlich rund 3,3 Millionen Kilogramm Tomaten in Norddeutschland vermarkten. Die Kombination aus Biogasanlage und Holzverfeuerung, die direkte Wärme- und Kohlendioxidnutzung in einem angeschlossenen Gewächshausbetrieb sowie die fortschrittliche Technologie sind in dieser Form bislang einmalig. Das Biomasseheizkraftwerk Hennstedt ist bei Gesamtinvestitionskosten von 12,3 Millionen Euro mit insgesamt knapp vier Millionen Euro aus dem Landesförderprogramm "Initiative Biomasse und Energie", aus dem Bundesforschungsprogramm "Nachwachsende Rohstoffe" sowie mit EU-Geldern bezuschusst worden.