Grüne Branche

Diversität im Wald erhalten

Das natürliche Verbreitungsgebiet der meisten Baumarten orientiert sich an ökologischen Lebensräumen, nicht an nationalen Grenzen. Um geeignetes Saat- und Pflanzgut für Bäume zu finden, die sich besser an Klimawandelbedingungen anpassen können, muss daher über nationale Grenzen hinweg geschaut werden. Das Projekt SUSTREE begibt sich auf die Suche nach diesen grenzüberschreitenden Herkunftsgebieten.

Gesucht: Saat- und Pflanzgut für die Wälder der Zukunft. Foto: BFW/T. Thalmayr

Ziel ist die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Baumartenvielfalt im Hinblick auf den Klimawandel. Sieben ökologisch und ökonomisch wichtige europäische Baumarten stehen im Fokus des Projekts, das bei Forstpraktikern und Interessenvertretern das Bewusstsein für die Bedeutung der genetischen Vielfalt schärfen will.

Ansetzen will man vor allem bei aktuellen Wissenslücken: Laut einer Umfrage im Jahr 2017 unter Waldbewirtschaftern, Naturschützern und Mitarbeitern von Forstgärten in sechs Ländern fühlen sich die meisten Befragten schlecht informiert beim Thema genetische Vielfalt im Wald, würden diese aber gerne stärker in der Waldbewirtschaftung berücksichtigen.

Schwerpunkt der ersten Projektphase war die Entwicklung einer Informations-App unter Verwendung von Klimadaten aus der EURO-CORDEX Klimadatenbank. Außerdem wurden Verbreitungskarten zusammengetragen und eine Datenbank mit bestehenden Herkunftsversuchen angelegt. Die Daten sollen nun für die Definition von grenzüberschreitenden Herkunftsgebieten verwendet werden. Erste Ergebnisse wurden im April in Chorin präsentiert.

Unter der Leitung des österreichischen Bundesforschungszentrums für Wald (Wien) arbeiten Organisationen aus Österreich, Deutschland, Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei im Projekt zusammen. db

Infos unter www.interreg-central.eu/Content.Node/SUSTREE.html.