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Drohnen: vielfältiger Einsatz im Gartenbau

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Ob Baumschulquartiere, Containerflächen, Hofgelände, Weihnachtsbäume oder Erdbeerfelder: Eine Drohne überblickt jedes Gelände, kann überwachen, scharfe Fotos oder Werbefilme machen – einfach, schnell und preiswert. Bei größeren Flächen lässt sich so, unabhängig von der Kultur, Zeit und Arbeit einsparen.

Per Drohne lassen sich ganze Beete, Felder oder Quartiere überblicken. Foto: Pixabay

Pflanzenwachstum per Drohne kontrollieren

Ralf Große Dankbar, Berater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, hat verschiedene Modelle getestet und kommt zu einem einfachen Schluss: Für viele betriebliche Belange lassen sich Drohnen einsetzen. Wer Interesse hat, kann sich zum Vorführen an die Kammer wenden.

Per Drohne lassen sich ganze Beete, Felder oder Quartiere überblicken. Das Pflanzenwachstum ist so einfacher zu kontrollieren, ebenso der Unkrautbesatz. Wer Lohnunternehmer für Pflanzenschutzarbeiten einsetzt, kann ebenfalls sehr gut Nester des Befalls erkennen. Die Phytophthora-Problematik ist gut zu entdecken. Von oben lässt sich die Sortenreinheit gut kontrollieren, zählt Große Dankbar auf.

Eindrucksvolle Bilder aus der Luft

Nach einem Sturm oder Hagelschlag lässt sich das Ausmaß der Schäden gut überblicken, ebenso Wildschäden. Nasse Stellen erspäht man gut aus der Luft, Ausfälle beispielsweise bei Kirschkulturen sind leichter zu beurteilen. Lücken in Forst-, Jungpflanzen- oder Weihnachtsbaumkulturen werden leichter sichtbar. Krankheiten lassen sich erkennen, abschätzen und über eine Vegetationsperiode hinweg regelmäßig beobachten.

Auch komplexe Zusammenhänge können dadurch einfacher bemerkt und bewertet werden. Insgesamt können Drohnen Arbeits- und Zeitersparnis bei größeren Flächen bieten, egal in welcher Kultur, so Große Dankbar. Für Werbung, Messen und Internetauftritt ergeben sich eindrucksvolle Bilder und Filme vom gesamten Betrieb.

Wichtig ist, dass die Drohne schnell zusammengebaut und handlich ist und sich leicht bedienen lässt, erklärt der Berater. Voraussetzung ist ein Smartphone, Tablet oder ähnliches, ein größerer Bildschirm ist vorteilhaft. Das Steuern der Drohne sollte möglichst einfach sein.

Drohne weicht Hindernissen aus

Je nach Anwendung ist eine hohe Auflösung der Kamera für Fotos und Videos vorteilhaft, so Große Dankbar. An Kosten nennt er 1.300 bis 1.500 Euro je Gerät, beispielsweise für die DJI Phantom 4 (Shenzhen, China) im mittleren Preissegment mit der Steuerungs-App. Die Drohne ist nicht windanfällig – wenn man nicht steuert, bleibt sie einfach in der Luft stehen. Und sie weicht jedem Hindernis aus. Sie hat gespeichert, wo sie gestartet ist und fliegt selbstständig dorthin zurück. Und sie weiß immer, wo sie in der Luft steht und fliegt selbstständig zum einprogrammierten Zielort.

Die Foto-Daten gelangen sofort auf das Tablet. In besserer Qualität mit höherer Auflösung sind sie auch auf der Speicherkarte in der Drohne abgespeichert – dort mit den genauen GPS-Daten, sodass sich nachvollziehen lässt, wo die Fotos aufgenommen wurden. Wichtig: Der Eigentümer der Fläche muss sein Einverständnis geben.

Das Gerät wiegt 1,2 Kilogramm, braucht jährlich eine Aufstiegsgenehmigung in NRW, die pro Jahr 250 Euro kostet. Das Luftfahrtbundesamt hält die Anschriften der jeweiligen Landesluftfahrtbehörden für jedes Bundesland bereit.

Führerschein ab zwei Kilo Startgewicht

Neben der Aufstiegserlaubnis, einzeln oder für ganz NRW möglich, ist auch eine Haftpflichtversicherung erforderlich. Ab zwei Kilogramm Startgewicht ist ein Drohnenführerschein vorgeschrieben, gültig für fünf Jahre, bei mehr als fünf Kilogramm Startgewicht ist eine weitere Erlaubnis erforderlich.

Zu beachten sind außerdem die folgenden Vorgaben:

  • Kennzeichnungspflicht ab 250 Gramm Startgewicht
  • maximale Flughöhe von 100 Metern
  • 100 Meter Sicherheitsabstand zu Bahnstrecken, Autobahnen, Militärgelände und ähnlichem
  • nicht über Naturschutzgebiete oder Wohngebäude fliegen
  • niemals außer Sicht fliegen