Grüne Branche

Dünger & Substrate: Die Torffrau ohne Torf

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Was noch vor wenigen Jahrzehnten in der Holzindustrie als Abfall übrig blieb und entsorgt werden musste, ist längst ein wertvoller Rohstoff. Unter dem Leitgedanken „Aus der Natur – für die Natur“ kommt das Unternehmen Die Torffrau – Ingrid Reinkemeyer schon lange ohne Torf aus und produziert hochwertige Naturprodukte zur nachhaltigen Bodenverbesserung.

Blick auf Die Torffrau: Der Substrathersteller aus Diepenau-Essern hat sich auf hochwertige Naturprodukte spezialisiert. Foto: Die Torffrau

Wertvolle Ressourcen sollen sinnvoll genutzt und in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden, lautet die Philosophie. So entstehen aus abgeschälter Baumrinde Rindenmulch oder -kompost.

Großhandel mit Torf früher Unternehmensschwerpunkt

Das Unternehmen Die Torffrau wurde vor über 40 Jahren von Ingrid und Friedrich Wilhelm Reinkemeyer gegründet. Der Schwerpunkt lag zunächst auf dem Großhandel mit Torf. „Heute müsste es eher ‚Die Rindenmulchfrau‘ heißen“, scherzt Dorothee Reinkemeyer, die den elterlichen Betrieb in Diepenau-Essern gemeinsam mit ihrem Bruder Hans Hermann vor zwölf Jahren übernahm.

Die Herstellung hochwertiger Substrate und Erden mit eigenem Eichen-Rindenkompost sowie die Aufbereitung von heimischer Kiefernrinde als Abdeckmaterial stehen heute im Vordergrund des Geschäfts.

Für die Rinde der Eiche haben bereits die Eltern ein Kompostierungsverfahren entwickelt, das den Einsatz des Endprodukts als Bio Riko/Eichen-Rindenkompost in der gesamten Grünen Branche ermöglicht. Es handele sich nicht nur um einen Torfersatzstoff, sondern um einen lebendigen Bodenverbesserer und um ein faszinierendes Pflanzenstärkungsmittel, das universell einsetzbar ist, so das Unternehmen.

Heilkräuter-Impfung für Rindenkompost

„Unser Kompost aus Eichenrinde hat einen dreijährigen Umsetzungsprozess hinter sich und wird in dieser Zeit unter anderem mit biologisch-dynamischen Heilkräuter-Präparaten ‚geimpft‘“, erläutert Reinkemeyer. „Der Kunde erhält einen voll ausgereiften Kompost – einen Pflanzen-Fitmacher der besonderen Art.“

Schädliche Fäulnisprozesse im Boden sollen der Vergangenheit angehören, so das Versprechen. Die Wurzelentwicklung aller Pflanzen werde deutlich gefördert, es entstehe ein ausgereiftes Pflanzengewebe, das für Standfestigkeit, Widerstandsfähigkeit und Frosthärte entscheidend sei. Auch die Blätter seien kräftiger und die Blüten intensiver in ihrer Farbe.

Ingrina die Torffreie als universelles Substrat

Aufgrund dieser Eigenschaften ist Eichen-Rindenkompost die Hauptkomponente in der neu auf den Markt gebrachten Erde namens Ingrina die Torffreie. „In Verbindung mit Rindenhumus und Holzfasern aus deutscher Produktion gibt es seit diesem Jahr somit die Torffrau ohne Torf“, sagt Inhaberin Reinkemeyer schmunzelnd.

Das Substrat könne universell für alle Zimmer-, Beet- und Balkon-, Kübel- und Gemüsepflanzen eingesetzt werden und ist entsprechend rein organisch aufgedüngt.

Neues TASPO extra: Dünger & Substrate

Dieser Beitrag ist Teil des neuen TASPO extras Dünger & Substrate, das als Verlagsbeilage am 6. Juli in der TASPO 27/2018 erscheint. Darin lesen Sie unter anderem, was der Dünger- und Substratmarkt an Neuheiten zu bieten hat. Außerdem fragten wir führende Substrathersteller, wie sie es mit torffreien Produkten für den Zierpflanzenbau halten und inwieweit sich die Hersteller auf Restriktionen im Absatz von torfhaltigen Produkten einstellen.