Grüne Branche

Düngeverordnung: Ausnahme für Champost!

Der Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) möchte die Sperrfrist für Champignonkomposte (Champost) aufheben lassen. Denn sonst sieht der Bund für die Erzeuger geschätzte fünf Millionen Euro an Mehrkosten anrollen.

Laut BDC müsse die Düngeverordnung eine Ausnahmeregelung für Champost enthalten. Foto: Christiane James

Der Knackpunkt liege laut BDC in Absatz 7 der Verordnung. Dort wurde die bestehende Formulierung mit dem Zusatz „mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff“ so abgeändert, dass Champignonkompost nicht mehr ad hoc verwendet werden kann, sondern bis Auslaufen der Sperrfrist für organischen Dünger eingelagert werden muss.

Fünf Millionen Euro Zusatzkosten für Logistik

So müssten die Kulturpilzanbauer neue Lagerkapazitäten schaffen, zusätzliche Transporte organisieren und sich so einer unverhältnismäßigen Kostenbelastung von geschätzten fünf Millionen Euro aussetzen. Bei rund 300.000 Kubikmetern, also 40.600 Tonnen Champost in nur elf Wochen, würde das 2.000 zusätzlichen LKW-Touren entsprechen.

Erschwerend komme hinzu, dass parallel zur Sperrfrist die stärksten Verkaufsaktivitäten zum Vorweihnachts- und Weihnachtsgeschäft stattfinden und zu dieser Zeit besonders viel Champost vorliege. Die Mehrkosten für die Wirtschaft schätzt der BDC auf fünf Millionen Euro.

Geringer Stickstoffgehalt im Champost – Ausnahme!

Der Bund sieht die mögliche Gültigkeit einer Ausnahmeregelung in dem sehr geringen Stickstoffgehalt von zwei Prozent in der Trockensubstanz begründet. Zudem sei dieser Gehalt zu 95 Prozent organisch und somit langfristig gebunden. Eine Gefahr für das Grundwasser bestehe hier nicht. Zudem besitze Champost die Fähigkeit, im Boden befindlichen Stickstoff zu binden.

Die Sperrfrist für den organischen Dünger bleibe aus Sicht des BDC somit fachlich unbegründet. Außerdem verliere eingelagerter Champost deutlich an Qualität. (ts)