Düsseldorf will Vertical Farming-Anlage errichten

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Blick auf den Carlsplatz in Düsseldorf. Hier soll eine neue Vertical Farming-Anlage entstehen. Foto: Fraunhofer UMSICHT

Vor einiger Zeit entstand in Oberhausen auf dem Dach des Arbeitsamtes mit dem ALTMARKTgarten eine Vertical Farming-Anlage. Dieses Projekt dient nun bereits als Vorbild für ein Vorhaben in Düsseldorf. Hier soll eine vertikale Indoor Farm am Carlsplatz entstehen. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie wurde bereits beim Fraunhofer UMSICHT in Auftrag gegeben.

Düsseldorfer Carlsplatz als Standort

Südlich der Düsseldorfer Altstadt liegt mit dem Carlsplatz der älteste noch betriebene Marktplatz der Stadt. Hier finden Veraucher:innen alles, was das Herz begehrt, von exotischen Früchten bis hin zu regional produziertem Gemüse. Ein Trend der sich auch hier immer wieder zeigt ist die gestiegene Nachfrage nach nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Um dem gerecht zu werden, befindet sich die Stadt Düsseldorf in Überlegungen, eine Vertical Farming-Anlage an diesem Standort zu errichten. Dazu wurde das Fraunhofer UMSICHT bereits mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, innerhalb der auch Verknüpfungspunkte und Synergien mit anderen Standorten geprüft werden. „Gerade die großen Dachflächen innerstädtischer Gebäude bieten gute Voraussetzungen, um platzsparend zu produzieren“, erklärt Volkmar Keuter vom Fraunhofer UMSICHT, der die Machbarkeitsstudie leitet.

Oberhausener ALTMARKTgarten als Vorbild

Neu ist das Konzept nicht, findet sich doch gut 30 Kilometer nördlich von Düsseldorf mit dem Oberhausener ALTMARKTgarten ein Vorbild für die geplante Indoor Farm. Hier werden seit 2019 nach einem vom Fraunhofer UMSICHT entwickelten hydroponischen Konzept Lebensmittel auf dem Dach des Jobcenters produziert (TASPO Online berichtete). „So wird sichergestellt, dass die Pflanzen genau die Wasser- und Nährstoffmenge zugeführt bekommen, die sie zum jeweiligen Zeitpunkt benötigen“, erklärt Keuter. Auch in Oberhausen sei der Standort sehr zentral, was unnötige Transportkosten und lange Lieferketten minimiert. Neben der Produktion sitzt in Oberhausen auch die Forschung des Fraunhofer Instituts und entwickelt die gebäudeintegrierte Landwirtschaft weiter.  

Akzeptanz in der Bevölkerung

In Düsseldorf wurde für die Umsetzung nun ein interdisziplinäres Team berufen, bestehend aus Forschenden des Fraunhofer UMSICHT, der Wolfgang Block Industrie- und Gartenbau GmbH & Co. KG (technische und pflanzenbautechnische Konzeption) und PASD Feldmeier Wrede Architekten BDA Stadtplaner SRL PartG mbB (städtebauliche Analyse, Integration des Vertical Farming in ein bauliches Konzept und in die städtebauliche Umgebung). Dieses Team prüft in den kommenden sechs Monaten inwiefern die Umsetzung des Konzepts auf den Carlsplatz möglich ist. Eine Beteiligung der Anwohner:innen ist ebenso geplant, wie die der ansässigen Händler. „Eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung bereits während des Erarbeitungsprozesses ist Auftrag und Ziel aller Beteiligten und Voraussetzung für den Erfolg und die Akzeptanz bei den Anwohnerinnen und Anwohnern, der Düsseldorfer Bürgerschaft und den heutigen und zukünftigen Kunden dieser Altstadtinstitution“, erklärt Cornelia Zuschke, Beigeordnete für Planen, Bauen, Wohnen und Grundstückswesen, unter deren Regie das Vorhaben steht. „Auch unsere Erfahrung zeigt, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung von großer Bedeutung für derartige Projekte ist, weshalb wir diese bereits in einer sehr frühen Phase in die Planung miteinbeziehen werden“, so Keuter. Der Abschluss der Studie wird im Dezember 2021 erwartet.

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