Grüne Branche

Düngemittelverbrauch nimmt weltweit zu

„Der weltweite Düngemittelverbrauch wird weiter zunehmen, um die wachsende Weltbevölkerung bei etwa gleichbleibender Ackerfläche ernähren zu können!“ Professor Dr. Hermann Kuhlmann, Vorsitzender des Fachbereiches Pflanzenernährung im Industrieverband Agrar (IVA), stellte diesen Aspekt bei der Pressekonferenz des Industrieverbandes in Frankfurt/Main heraus.

Düngemittelabsatz in Deutschland (in Millionen Euro). Grafik: IVA

Pro Jahr verbrauche die Landwirtschaft weltweit derzeit rund 108 Millionen Tonnen Stickstoff, 41 Millionen Tonnen Phosphat und 20 Millionen Tonnen Kalium. Laut Prognose des Weltverbandes der Düngemittelhersteller sei in den nächsten fünf Jahren ein jährliches Wachstum von 1,4 Prozent bei Stickstoff, 1,7 Prozent bei Phosphat und 2,8 Prozent bei Kali zu erwarten. Mehr als 60 Prozent des weltweit produzierten Stickstoffes wird nach Angabe Kuhlmanns in Asien eingesetzt. Allein China verbrauche fast ein Drittel des weltweiten Stickstoffeinsatzes.

Die höchsten Wachstumsraten beim Düngemitteleinsatz gebe es derzeit aber in Lateinamerika. Dort habe die Landwirtschaft noch besonders großes Potenzial für Ertragssteigerungen. Besorgniserregend sei, dass in Afrika trotz der rasant wachsenden Bevölkerungszahl weiterhin viel zu wenig Dünger eingesetzt wird.

Den Stickstoffverbrauch in Deutschland – bezogen auf Mineraldünger – beziffert Kuhlmann auf 1,65 Millionen Tonnen (Stand: Wirtschaftsjahr 2012/13). Dies entspreche etwa 99 Kilogramm N pro Hektar. Bei Kalium waren es 0,4 Millionen Tonnen und damit 25 Kilogramm K2O pro Hektar, bei Phosphor 0,3 Millionen Tonnen (17 Kilogramm P2O5 pro Hektar). (Anmerkung: Die bei der IVA-Jahrespressekonferenz genannten Zahlen beziehen sich nur auf Mineraldünger!)

Die im IVA zusammengeschlossenen Unternehmen der deutschen Düngemittelhersteller erzielten im Jahr 2013 einen Gesamtumsatz von 2,991 Milliarden Euro. Dies waren 13,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor (minus elf Prozent beim Inlandsumsatz, minus 14 Prozent beim Exportwert). Der IVA führt dies darauf zurück, dass die Preise bei Mineraldüngern gesunken sind. (eh)