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Ecuador verhandelt Abkommen mit EU: Schnittblumen weiterhin zollfrei?

Schnittblumen aus Ecuador bleiben voraussichtlich weiterhin zollfrei. Die Regierung Ecuadors steht kurz vor dem Abschluss eines Handelsabkommens mit der EU. Dies wäre ein wichtiger Schritt für die Zukunft der dortigen Blumenindustrie, denn wie der TV-Sender Ecuavisa berichtet, fallen bereits Ecuadors Schnittblumen-Exportzahlen in die USA. 

Auf der Schnittblumenmesse Agriflor drehte sich alles um die Rose. Foto: Nadine Quist

Momentan ist die Ausfuhr von Schnittblumen und anderen Exportgütern in die EU für Ecuador zollfrei. Am 31. Dezember dieses Jahres würde diese Vergünstigung im Rahmen des Allgemeinen Präferenzsystems (APS+) für Entwicklungsländer entfallen, da Ecuador die Bedingungen hierfür nicht mehr erfüllt. Ecuador war 2009 aus den Verhandlungen bezüglich eines Handelsabkommens der EU mit Peru und Kolumbien ausgestiegen.

Anfang dieses Jahres nahm die ecuadorianische Regierung die Gespräche wieder auf. Laut dem Nachrichtenportal america21.com erklärte Ecuadors Präsident Rafael Correa, dass bei einem Inkrafttreten des Vertrages alle Exportprodukte Ecuadors auch in Zukunft vom Zoll befreit seien. Ein wichtiger Schritt für die Zukunft der dortigen Blumenindustrie, denn wie auf der Website des TV-SendersEcuavisa zu lesen war, fallen bereits Ecuadors Schnittblumen-Exportzahlen in die USA.

Grund dafür könnten die Ende Juni 2013 von Ecuador aufgegebenen Zollpräferenzen mit den USA sein. Der Anden Trade Promotion and Drug Eradication Act (ATPDEA) ermöglichte einigen ecuadorianischen Produkten, darunter auch Schnittblumen, die zollfreie Einfuhr in die USA. Laut Expoflores, einer Vereinigung von Schnittblumenproduzenten in Ecuador, gibt es seitdem einen Rückgang im Export von Blumen auf dem amerikanischen Markt. Die ecuadorianische Regierung sehe im Exportrückgang nicht die Ursache in den nun anfallenden 6,4-prozentigen Zollgebühren. Entsprechende Werbekampagnen würden aber initiiert.

Ecuador exportierte 2013 Schnittblumen im Wert von etwas mehr als 837 Millionen US Dollar (USD) in 108 Länder. Nach den Niederlanden und Kolumbien steht Ecuador mit zehn Prozent des weltweiten Schnittblumen-Exports damit auf Platz drei der Top-Exportländer. 2013 gingen 41 Prozent des Exports in die USA, 17 Prozent in die EU, 23 Prozent nach Russland und 19 Prozent in sonstige Länder.

Expoflores sieht für die nächsten Jahre neue Märkte in Australien, China, Südkorea und Brasilien. Das Drehkreuz Niederlande importierte im vergangenen Jahr ecuadorianische Schnittblumen im Wert von 63 Millionen USD. Mehr als 13 Millionen USD gingen direkt nach Deutschland. Dieser Einfuhrwert wurde zu rund 88 Prozent mit Schnittrosen erzielt (Quelle: Statistisches Bundesamt, comtrade).

Vom 1. bis 3. Oktober fand in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito die Schnittblumenmesse Agriflor statt. Zur 15. Ausgabe verzeichneten die Veranstalter Expoflores und HPP Exhibitons Ecuador ein Rekordergebnis. Über 200 Aussteller, vornehmlich Produzenten und Züchter, und mehr als 3.000 Besucher, hauptsächlich Einkäufer aus aller Welt, nahmen an der dreitägigen Veranstaltung teil. Die meisten internationalen Besucher kamen aus den USA, Europa und Südamerika. (nq)