Grüne Branche

EHEC-Testreihen laufen in Deutschland auf Hochtouren

Der Suche „einer Nadel im Heuhaufen“ gleichen die fieberhaften Bemühungen der Bundesregierung, der Gesundheitsbehörden, der Wissenschaft und aller Beteiligten im Wirtschaftskreislauf, mögliche Kontaminationsquellen für das Auftreten des EHEC-Erregers zu finden. Die Sonderform der Kolibakterien, Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC), ist Ursache der in Deutschland seit vorletzter Woche grassierenden Epidemie, an der aktuellen Meldungen zufolge bislang mehr als 1.200 Menschen erkrankt sind. Das besonders aggressive Bakterium forderte bis zum Redaktionsschluss 14 Tote.

 

Angesichts der Krisensituation zeigt sich die deutsche Gemüsebaubranche außerordentlich betroffen. Wie Karl Schmitz, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO), gegenüber der TASPO erklärte, stehe der konstruktive Beitrag der Branche zur Auffindung der Kontaminationsquelle derzeit absolut im Vordergrund. Auch Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, und Gerhard Schulz, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau, drückten anlässlich einer Pressekonferenz in Berlin ihr Bedauern darüber aus, dass die Infektionsquelle trotz aller Bemühungen noch nicht ausgemacht werden konnte und zeigten sich tief betroffen von den persönlichen Schicksalen.

„Was wir tun können, ist zunächst aufzuzeigen, wo der Erreger nicht herkommt“, erläuterte Schmitz das Ausschlussverfahren bei der Suche. So laufen die EHEC-Test-Verfahren in der Branche derzeit auf Hochtouren, wobei die Fäden der Erzeugerorganisationen bei der BVEO zusammenlaufen. Die Bundesvereinigung verfügt nach Information von Schmitz nicht nur über sämtliche Testergebnisse ihrer Mitglieder, sondern veröffentlicht Freimeldungen auch zeitnah. Dabei erfolgen die Testreihen derzeit fortlaufend, so Schmitz. Neben Vor-Ernte-Untersuchungen werde jede neue Partie oder Losnummer geprüft. Auch viele Gemüseproduzenten, die nicht der BVEO angehören, unterziehen sich dem EHEC-Test freiwillig, wobei die Landwirtschaftskammern und die QS Qualität und Sicherheit GmbH als Informanten und Koordinatoren fungieren. Einige Länderministerien, wie beispielsweise NRW, haben Maßnahmepakete aufgelegt.

Den durch die EHEC-Welle ausgelösten Vertrauensverlust beim Verbraucher bezeichnete Schmitz als gravierend. Der ZVG vergleicht das Ausmaß der entstandenen Umsatzeinbrüche mit dem der Atomkatastrophe in Tschernobyl 1986. Besonders norddeutsche Betriebe litten derzeit unter der EHEC-Krise. (ks)