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Eichenprozessionsspinner: Befallsdruck erhöht sich

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Auch das sonnige Wetter der vergangenen Wochen hat seine Schattenseite: Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) breitet sich in weiten Teilen Deutschlands ungehemmt aus.

Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können über mehrere hundert Meter fliegen. Deshalb stellen viele Kommunen Warnschilder auf. Foto: Pixabay

Eichenprozessionsspinner: Befallsdruck erhöht sich

Hohe Temperaturen und Trockenheit sind wichtig für die Entwicklung der behaarten Raupen. Experten gehen davon aus, dass der Befallsdruck im Vergleich zum Vorjahr steigen wird. Mehrere Kommunen haben folglich Schritte eingeleitet, um die Ausbreitung einzudämmen. Auch die Stadt Braunschweig beispielsweise hat bereits einen Spezialisten beauftragt, der den Larven, die ihre Nestern in Eichen spinnen, auf den Leib rücken soll, wie die Braunschweiger Zeitung berichtet.

Die Absperrung einzelner Gebiete ist nur bedingt erfolgreich, da die Brennhaare der Raupen mit dem Wind über mehrere hundert Meter getragen werden können. Sie lösen Hautrötungen, Ausschlag, Juckreiz, Atemnot und Asthmaanfälle aus. Dafür verantwortlich ist das Gift Thaumetopoein, das die Haare enthalten.

Nachtfalter ursprünglich im Süden Europas beheimatet

Ursprünglich war der Eichenprozessionsspinner in den südlichen Regionen Europas anzutreffen. Inzwischen hat sich der Nachtfalter im ganzen Bundesgebiet angesiedelt. Ende April bis Anfang Mai schlüpfen die Larven des Nachtfalters und durchlaufen sechs Entwicklungsstadien. In der dritten Phase bilden sie allergene Härchen aus. Die anfangs bräunlich-gelben und später schwärzlich-blauen Raupen bewegen sich in langen Prozessionen fort, wenn sie auf die Suche nach Nahrung gehen, die vor allem aus Eichenblättern besteht.

Privatpersonen, die ein Eichenprozessionsspinner-Nest auf ihrem Grundstück finden, sollten dieses nur mit Hilfe spezialisierter Dienstleister entfernen, wie sie unter den Garten- und Landschaftsbauern zu finden sind.