Ein Rotahorn für Thenford Arboretum and Gardens

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky

Die Baumschule Ley ist die einzige deutsche Baumschule, die in Deutschland berechtigt ist, diese neue amerikanische Selektion hier zu produzieren und zu vermarkten. Foto: Baumschule Ley

Im Rahmen einer Delegationsreise überbrachten die Landesverbände Gartenbau und Bund deutscher Baumschulen (BdB) Nordrhein-Westfalen dem Thenford Arboretum and Gardens einen Rotahorn der Baumschule Ley. Für den Transport war Christoph Dirksen, Geschäftsführer der Baumschule Ley und Präsident des BdB-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen verantwortlich. TASPO Online sprach mit Dirksen über die Herausforderungen beim Transport des Baumes.

Warum haben Sie gerade Acer rubrum JFS ʻRedpointeʼ als Gastgeschenk der Landesverbände für das Thenford Arboretum ausgewählt?

Als Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen war es mir eine besondere Ehre für das Gastgeschenk verantwortlich zu sein. Als Geschäftsführer der Baumschule Ley fiel es mir auch nicht schwer, einen Top-Baum für einen beeindruckenden Park auszuwählen.

Die Baumschule Ley ist eine der innovativsten Alleebaumschulen Europas mit dem größten Produktionsbereich Alleebäume 2xv, 3xv.
Aus diesem Grunde sind wir ständig auf der Suche nach Pflanzen-/Baumneuheiten aus der ganzen Welt, die in Deutschland, oder auch Europa eine Zukunft als Alleebaum, Straßenbaum oder Parkbaum haben. Wir nennen diese Bäume Klimabäume oder Zukunftsbäume.

Einer dieser vielversprechenden Bäume ist Acer rubrum JFS ʻRedpointeʼ. Durch unsere direkte Zusammenarbeit mit der Baumschule J. Frank Schmidt & Son Co., Oregon in Amerika, sind wir als einzige Baumschule in Deutschland berechtigt, diese neue amerikanische Selektion hier zu produzieren und zu vermarkten. Die herausragenden Eigenschaften dieser Selektion machen diesen Baum absolut zukunftsfähig und zu einem perfekten Geschenk für diesen tollen, historischen Park.

Was genau zeichnet diesen Baum aus? Welche Bedeutung hat er im Sortiment, unter anderem im Hinblick auf den Klimawandel?

Acer rubrum JFS ʻRedpointeʼ zeigt sich in allen Situationen als perfekter Zukunftsbaum. Starke Hitzeperioden, Trockenheit oder sogar Staunässe durch Überflutung im Sommer ‘21 haben diesem Baum bisher nicht geschadet. Dazu kommt die tolle Belaubung und die hervorragende, wochenlange Indian-Summer-Herbstfärbung, die den Baum mehr als attraktiv machen. Außerdem sollte man diesen herausragenden Rotahorn in der Öffentlichkeit promoten, damit er eine größere Verbreitung bekommt und wir in Zukunft noch viel mehr positive Ergebnisse aus den verschiedensten Baumstandorten ziehen können. Unser Ziel ist es, diesen Baum in Zukunft in die TOP-65-Liste der GALK und des BdB einzubringen. Das Potenzial dafür hat er.

Was waren die Herausforderungen, den Rotahorn nach England zu bekommen? Und wie aufwändig waren die Formalitäten? Gab es Kooperationen oder Kontakt zu englischen Baumschulen?

Die Herausforderung war verrückterweise enorm. Warum? Ganz einfach: Der Baum wurde ja nicht in England bestellt, weil man ihn gerne haben wollte, nein, das Ganze lief ja rückwärts.

Wie bringe ich einen Baum ohne Bestellung von Deutschland nach England zum Endkunden, der nichts von seinem Glück weiß. Kurzum, es waren vier Baumschulkollegen nötig, um diesen einfachen Baum 3xv 18-20 im 65-Liter-Container nach Thenford Park zu bringen. Die Zeitschiene hierfür betrug insgesamt sechs Wochen. Einer unserer Mitarbeiter aus dem Einkauf hat die gesamten Fäden im Hintergrund gezogen.

Nur durch unsere guten Beziehungen zu vielen Baumschulen in Europa war dieses Unterfangen doch zu erledigen. Aus Meckenheim gelangte der Baum perfekt verpackt und gewässert zu einer holländischen Handelsbaumschule. Diese holländische Handelsbaumschule versendete mit viel Aufwand den Baum zu einer englischen Handelsbaumschule. Diese englische Handelsbaumschule brachte den Einzelbaum zu einer großen Baumschule in der Nähe von London. Dort konnte der Baum an der Containerfläche für einige Tage zwischengelagert werden. Anschließend kam der Headgardener von Thenford Park ins Spiel, der den Rotahorn kurz vor der Übergabe an Michael Heseltine aus der englischen Baumschule geliefert bekam. Endlich konnte der Baum übergeben und gepflanzt werden. Überall mussten einige Tage oder Wochen an Puffer eingebaut werden, damit die Übergabe sicher stattfinden konnte, und alles funktionierte. Schlichtweg gesagt, einen ganzen Lkw voll Bäume zur Stadt London zu liefern ist dagegen einfach. An dieser Stelle kann ich nur allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen herzlichen Dank sagen für ihre perfekte Unterstützung.

Wie sehr beeinflusst der Brexit generell den Handel mit Baumschulware?

Grundsätzlich ist es kein Problem, Baumschulware nach England zu liefern. Dabei ist es besonders wichtig, mit guten Spediteuren zusammenzuarbeiten und die gesamten Frachtpapiere perfekt vorzubereiten, manche würden sagen ein „Papiertiger“. Aber wenn alles korrekt ist, ist England weiterhin ein interessanter Kunde für die deutsche Baumschulbranche. Die Lieferketten für Pflanzen haben sich nach und nach aufgebaut und werden sich sicherlich noch verbessern.

Es hat uns Spaß gemacht, dieses Event mit unserem Baum zu unterstützen.