Grüne Branche

Ein Stück Freiberger Bergbaugeschichte

Grabanlagen des Alten Donatsfriedhofs gehen bis ins Jahr 1676 zurück. Die Stadtväter wollen wieder Nutzungsrechte auf dem Neuen Donatsfriedhof vergeben.

Blick über den Friedhof mit dem Donatsturm im Hintergrund, einem Wahrzeichen der Stadt Freiberg. Foto: A. Kirchner.

Hier haben sich die Gestalter etwas einfallen lassen. Der Alte Donatsfriedhof in Freiberg in Sachsen hat einen ungewöhnlichen, ovalen Grundriss. Von der historischen Feldsteinmauer mit den für die Gegend typischen Bögen ist jedoch wenig erhalten; Teile wurden rekonstruiert. „In der Barock-Zeit empfand man runde Formen als vollkommen“, erklärt Dr. Heinrich Douffet. Der 80-jährige Geologe und Kommunalpolitiker engagiert sich für den Denkmalschutz. Bereits 1588 habe man die Grundform des Friedhofs von rechteckig zu oval geändert. Später, im 19. Jahrhundert, als die Belegung der Fläche schon stark eingeschränkt war, wurde das Areal zusätzlich gärtnerisch gestaltet. Zwischen Rasen, Büschen und hoch gewachsenen Bäumen, stehen deshalb bis heute etwa 150 historische Grabmale. Das parkähnliche Gelände wirkt wie ein Freiluftmuseum.

Es sind Grabsteine und Gräber, die von verschiedenen Friedhöfen der Stadt zusammengetragen und umgesetzt wurden. Der Donatsfriedhof war einst ein Kirchhof und gehörte zur Gemeinde der ehemaligen Donatskirche. Das genaue Datum der Entstehung ist nicht bekannt, etwa um 1160, vermutet Heinrich Douffet. Sicher ist jedoch, dass der Kirchhof im Jahr 1531 die zentrale Begräbnisstätte der Stadt wurde. Gräber aus der Zeit der ersten Beisetzungen sind nicht erhalten. Der älteste Grabstein stammt von 1676 und zeigt einen Engel mit einem beschrifteten Tuch. Anhand der erhaltenen historischen Grabmale kann die Geschichte der 850 Jahre alten Bergstadt nachvollzogen werden. Handwerker, Künstler, Politiker und vor allem Bergleute sowie Wissenschaftler prägten Freiberg. Über viele Jahrhunderte wurde hier Silber abgebaut und 1765 die Universität „Bergakademie“ gegründet. Mehr dazu in der Oktober-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 32.

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