Grüne Branche

„Ein treuer Freund hat uns verlassen“

Tierfriedhöfe in Geschichte und Gegenwart Tierfriedhöfe sind keine neue Erscheinung. Die Beweggründe zur Tierbestattung aber unterscheiden sich. Häufiger werden Friedhöfe gefordert, die eine gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier anbieten.

Blick über den Tierfriedhof Kassel-Niederzwehren. Er wurde 2003 gegründet. Foto: Ulrike Neurath

Für viele Tierhalter ist der Tod des Haustiers eine extrem schmerzvolle Verlusterfahrung. Dies wundert kaum, hat doch das Tier oft über viele Jahre mit in der häuslichen Gemeinschaft gelebt und den Tagesablauf mitunter stark beeinflusst. In vielen Fällen war das Haustier seinem Besitzer ein wichtiger Sozialpartner, war Spiel- und Freizeitgefährte und vereinzelt sogar eine Art Partner- oder Kinderersatz.

Verwertung oder Bestattung

Spätestens wenn das Haustier stirbt, stellt sich seinem Besitzer die oft zermürbende Frage, was mit dem toten Körper geschehen soll. Der Gedanke, den „kleinen Liebling“ der Tierkörperverwertungsanstalt zukommen zu lassen, erscheint vielen Tierbesitzern eine unangemessene Option. Tröstlichere Alternativen sind dagegen, sein Tier unter Beachtung bestimmter gesetzlicher Vorgaben im eigenen Garten zu begraben1 oder – wem dies räumlich und damit emotional zu nah ist, oder wer kein eigenes Grundstück besitzt – auf einem Tierfriedhof.

Auch wenn in Deutschland das geografische Netz an Tierfriedhöfen noch relativ großmaschig ist, nimmt die Zahl der öffentlichen Tierbegräbnisplätze vor allem seit den 1990er Jahren stetig zu. Dies lässt darauf schließen, dass Tierbesitzer ein zunehmendes Bedürfnis haben, rituell von ihrem Tier Abschied zu nehmen, was sie mit einer Bestattung auf dem Tierfriedhof zum Ausdruck bringen können.

Dass erst seit einigen Jahren zusehends mehr Tierfriedhöfe entstehen, mag verwundern, ist doch die Tierbestattung auf eigens dafür vorgesehenem Gelände keine gänzlich neue kulturelle Erscheinung. Mehr dazu in der November-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 20.

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