Grüne Branche

Eine Kommune diskutiert über die Neuplanung ihres Friedhofs

In der gegenwärtigen Diskussion um divertierende Bestattungsformen und der Problematik um Überhangflächen an Friedhöfen gibt es gelegentlich auch noch Bedarf an neuen Bestattungsräumen, so etwa in der Boomregion am Münchner Flughafen. Es besteht aber auch Bedarf von Politikern am fachlichen Gespräch.

Das Ideenkonzept: Der Friedhof soll den Charakter eines lichten Wäldchens erhalten. Grafik: Rist.

Das Telefon klinelt, es ruft eine Gemeinderätin an: „Sie sind doch Landschaftsarchitekt und befassen sich auch mit Friedhöfen?“ „Ja, das stimmt“. So der erste Kontakt. Es kam dann zu einem Gespräch in der Gemeinde. Dabei stellte sich heraus, dass der bestehende kommunale Friedhof erweitert werden müsse. Und welche Vorstellungen bestehen in der Gemeinde zu einem neuen Friedhof?, war meine Frage. Man wünscht sich „Urnenwände“, war wahrzunehmen.

Nun kam es zu einer Diskussion, dass Urnenwände out sind und nicht mehr als Teil einer modernen Friedhofsform gelten. Aber was ist nun zeitgemäß? So die Fragen im Gemeinderat und beim Bürgermeister: „Ja, können Sie uns mal in einem Vortrag zeigen, was heute unter einem würdevollen Friedhof zu verstehen ist?“ Damit war der Beginn einer wertvollen Zusammenarbeit gelegt.

Beginn einer Diskussion

Es kam, wie vereinbart, zu einem Vortrag in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung. In einem PowerPoint-Vortrag wurde gezeigt, wie sich die Friedhofskultur unter den gesellschaftlich- demografischen Veränderungen in den letzten Jahren gewandelt hat und welch würdevolle Bestattungsräume es inzwischen in unseren Kommunen gibt. Auch in der Tageszeitung wurde über den Vortrag und über die friedhofskulturelle Thematik der Gemeinde berichtet.

„Und was nun?“, so die Frage in der Gemeinde Kranzberg, „können Sie uns einen Plan zu unserer Friedhofserweiterung anfertigen?“ Sicherlich, dies wäre denkbar. Doch die Gemeinde hätte dann nur einen formalen Vorschlag. Wenn der Gemeinderat aber einverstanden wäre, könnten wir einen Ideenwettbewerb ausloben, begrenzt für junge Landschaftarchitekten. Damit hätte der Gemeinderat mehrere Gestaltungsvorschläge für eine Friedhofserweiterung, zumal es sich auch um ein schwieriges Gelände handelt. Einverstanden! So der Beschluss des Gemeinderates Kranzberg. Zunächst wurde ein Vermessungsbüro beauftragt, das Gelände zu vermessen, die vorhandene Vegetation aufzunehmen und eine Planvorlage auszuplotten. Mehr dazu in der August-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 30.