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Eingeschleppter Ulmenschädling: Zickzack-Blattwespe bei Berlin entdeckt

Die Zickzack-Blattwespe (Aproceros leucopoda), ein aus Ostasien eingeschleppter Ulmenschädling, wurde jetzt erstmals in Berlin und Brandenburg gesichtet. Damit habe die zu den invasiven Arten zählende Wespe ihr Verbreitungsgebiet in Deutschland weiter nach Norden ausgedehnt als bislang angenommen, informiert das Senckenberg Deutsche Entomologische Institut (SDEI) in Müncheberg. 

Schäden durch die bis zu einen Zentimeter langen Larven können bis zum völligen Kahlfraß der befallenen Ulmen reichen und wurden sowohl in Wäldern als auch in Ortschaften und Gärten beobachtet, wo Ulmen als Zier- oder Alleebäume stehen. In Europa wurde die Zickzack-Blattwespe erstmals vor zehn Jahren gesichtet und galt als mittlerweile von der Ost-Ukraine bis Italien und von Rumänien bis Warschau verbreitet. In Deutschland wurde sie erstmals vor zwei Jahren in Südostbayern bei Passau beobachtet.

Ulmen sind in vielen Regionen Europas bereits vom sogenannten
„Ulmensterben“, einer Pilzinfektion, betroffen. Mit der Zickzack-Blattwespe
komme laut SDEI ein weiterer Schädling hinzu, der die Bestände schwächen kann.
Die Auswirkungen auf die Ulmen und die Ausbreitung des Schadinsektes sollten daher dringend untersucht werden.

Um die Ausbreitung der Zickzack-Blattwespe in Europa besser verfolgen zu können, bittet das SDEI nun um Mithilfe. „Toll wäre, wenn uns die Entdecker Fotos oder besser Blätter mit Fraßschäden, Larven oder die netzartigen Kokons einschicken, zusammen mit Angaben zu Fundort, Funddatum und ihrer E-Mail-Adresse“, so Dr. Stephan Blank vom SDEI.

Einsendungen an Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut (SDEI), z.Hd. Dr. Stephan M. Blank, Eberswalder Straße 90, 15374 Müncheberg oder E-Mail:
stephan.blank(at)senckenberg.de. Die Daten sollen in Form einer Verbreitungskarte ab August unter www.senckenberg.de zur Verfügung gestellt werden. (ts)