Grüne Branche

Einsteigen ins Grün

Auf der Suche nach Lockmitteln
Der Handel bekommt es zunehmend zu spüren: Beim Verbraucher nimmt das Pflanzenwissen immer mehr ab. Da oft schon bei Kindern der Bezug zur Pflanze fehlt, gilt es, frühzeitig gegenzusteuern. Aber wie? Dabei können „Lockmittel“ helfen: Produkte, die zur Beschäftigung mit Grün einladen. Hier eine Auswahl von der IPM.

Foto: Reinhold Hummel

Um den großen Wissenslücken um das Grün beim Endverbraucher wirksam gegenzusteuern, fängt man am wirkungsvollsten schon bei den Kindern an. Möglichst schon im Kindergartenalter sollte nach dem Rat von Fachleuten das Vermitteln von Basiswissen beginnen. Dann heißt es: ständig am Ball bleiben, damit das Interesse stabil bleibt, dann die Kenntnisse erweitern und auffrischen, denn die Konkurrenz an Freizeitmöglichkeiten ist riesig.

Sensibles, aber nachhaltiges Marketing ist dabei gefragt. Vermeintlich unbekannte Produkte oder neue Sorten in frischer Aufmachung können „Lockvogel“ für erste oder weitere Anbauversuche sein, bei Kleinen wie Großen. Auch Früchte wie etwa weiße Erdbeeren, die man nicht kaufen kann, wecken die Neugier und helfen dabei, „grüne Finger“ wachsen zu sehen.

Hier ein paar „niedrigschwellige“ Beispiele zum (Wieder-) Einsteigen ins Thema Grün.

  • Diese kindgerechte Aufmachung spricht für sich und macht den Kauf von Beerenobst leicht. Ohne zeitaufwendiges Verpacken steht ein Geschenk zur Verfügung, das passend positioniert im Vorbeigehen gekauft werden kann. Teilweise mit Direkt-Produkten (Saft, Fruchtaufstrich), die später selbst hergestellt werden können, oder auch mit Werkzeug (Gießkanne). Mit Anleitung durch die Eltern könnte so aus einem Kind ein pflanzen- und obstinteressierter Erwachsener werden, der seine eigenen Früchte begeistert ernten wird.

  • Hinter www.blu-schmeckt.de verbirgt sich ein seit 2015 Bioland-zertifiziertes Unternehmen mit einem Sortiment an außergewöhnlichen Pflanzen, die wertvolle Inhaltsstoffe liefern, frei nach dem Motto: „So gesund kann lecker sein“‘. Das Wissen und die eigene Begeisterung für essbare Pflanzen vermitteln die Inhaber nicht nur mit dem direkt möglichen Genuss ihres Kräuter- und Gewürzpflanzenangebots, sondern auch mit der Absicht, Träume zu verkaufen...

  • Blumenzwiebeln pflanzen ist eine undankbare Aufgabe: Man versenkt das gekaufte Produkt in der Erde und sieht für Monate nichts davon! Um wenigstens die Steck- und Pflanzarbeit zu versüßen, kann sich der „faule“ Gärtner mit Easy Bloom Pads das Leben erleichtern: „schnell, einfach und sauber“ verspricht diese neue Art, Zwiebeln zu pflanzen. Mit den in runden Vliespads abgepackten Zwiebeln und Knollen lassen sich runde Töpfe oder Pflanzkörbe in Beeten leicht verschönern. Verschiedene Kollektionen stehen zur Verfügung, die Palette wird erweitert.

  • Ernterezepte: Säen, ernten, kochen – einfache Gerichte werden in einer handlichen Tragetasche, komplett mit den wichtigsten Zutaten und einer Rezeptkarte, zum spontanen Mitnahmeartikel für junge Leute, die gern etwas ausprobieren, aber Anleitung brauchen. Auch hier wird vor der Zubereitung Geduld und Freude am Anbauen verlangt – so wie im richtigen Leben! www.jubholland.nl

  • Pflanz‘ dir Glück! Die Gärtnerei Hummel züchtet aromatische Sorten für den Hausgarten und spricht Einsteiger mit der Klettererdbeere Hummi®'KletterToni' an. Die starken Ranken lassen sich einfach an Spalier, Zaun oder Stäben befestigen und wachsen bis zu 1,20 m hoch. Von Juni bis zum Frost kann man dunkelrote, süß-saftige Früchte naschen. An drei Pflanzen, zu einer Naschpyramide in einen Pflanzkübel gesetzt, haben auch junge Gärtner ihre Freude und können schon nach etwa acht Wochen ernten. Perfekt auch als Ampelpflanze.

  • Das essen Kinder gern: Kartoffeln-Möhren-Stampf. In diesem Kistchen wird das leckere Gericht im Eigenanbau möglich: Möhrensamen und Kartoffelknollen „schlummern“ und warten auf Anbauhilfe. Auch so kann Geduld, Pflanzarbeit und Pflege gelernt und Freude am Beobachten vermittelt werden – in einem größeren Gefäß sogar auf Balkon oder Terrasse. Würstchen leider nicht inbegriffen!

    Renate Tönsing, Lübbecke

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