Grüne Branche

Einzelhandel: Tante Emma kommt…wieder!

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Der Handel wandert zurück in die Wohngebiete der Städte, ist sich Experte Dr. Thomas Vogler sicher. Er sagt modernen Tante-Emma-Läden im Einzelhandel eine Zukunft voraus, die als Nahversorger auch ein lokales Frischesortiment mit einem Bestellservice übers Internet verbinden. Parallel entwickelt sich auch auf dem Land eine neue Nahversorgerkultur.

Liegt die Zukunft des Einzelhandels in Tante Emmas Händen? Foto: Verena Groß

Einzelhandel: Blumen und Pflanzen an der Ecke kaufen

Früher war es ganz normal, dass der Gärtner an der Ecke neben Schnittblumen und Topfpflanzen auch Obst und Gemüse verkaufte. Dann zogen viele Geschäfte aus den Wohnzentren der Städte. Doch der Trend geht wieder hin zur Nahversorgung. Tante-Emma-Läden haben Zukunft – zumindest in der Version 2.0, ist Professor Thomas Vogler vom Beratungsunternehmen Mercator Consulting überzeugt.

In Städten werden Menschen künftig „sympathische Nahversorger“ bevorzugen, die ein Angebot von frischen und hochwertigen Lebensmitteln mit einem Online-Bestellsystem für ein erweitertes Angebot verknüpfen.

Demografischer Wandel begünstigt Tante Emma

„Der demografische Wandel und der Trend weg vom eigenen Auto sorgen dafür, dass die Menschen vor allem in den Städten immer weniger mobil sind“, sagt Vogler. Immer längere Fahrzeiten durch immer höheres Verkehrsaufkommen und abnehmende Zeitbudgets der Menschen machen wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten zusätzlich attraktiv.

Läden nach dem Konzept von „Tante Emma 2.0“ bieten nach Vorstellung Voglers unter anderem die Möglichkeit, Produkte außerhalb des lokalen Sortiments online zu ordern und zweimal am Tag vor Ort anliefern zu lassen. Der Tante Emma Laden in der Stadt hält nur ein Frischesortiment bereit. Die Großfläche auf der grünen Wiese ergänzt das Tante Emma-Sortiment mit den online georderten Produkten.

Kombination Einzelhandel: Offline und Online

Durch die Kombination von Online und Offline können Kunden weiterhin wie gewünscht ihre Äpfel, den Salatkopf und das Stück Fleisch selbst auswählen. Das riesige Angebot des Händlers am Stadtrand steht ihnen hingegen über die Internetbestellung dennoch zur Verfügung, indem sie es in den Laden um die Ecke geliefert bekommen.

Für die Gartencenter könnte der Trend zum autofreien Leben in der Stadt eine Herausforderung werden. Schon jetzt gibt es Händler, die mit dem so genannten „Kunden-Taxi“ ältere Kundschaft abholen und gekaufte Ware nach Hause liefern. Das Angebot auf der Grünen Wiese wird um Spezialitäten und Events erweitert und gezielt die Nähe zu Frequenzbringern aus dem Lebensmittelbereich gesucht.

Saisonware im Wohngebiet

Noch immer werden große Center gebaut, neue Standorte in den Wohngebieten der Städte wagen in der Grünen Branche hingegen nur wenige. Da könnte das Beliefern von Tante-Emma-Läden mit Saisonware vielleicht eine Möglichkeit sein, sich die städtische Kundschaft zu erhalten. Statt es dem Lebensmitteleinzelhandel zu überlassen, sie künftig mit Blumen und Topfpflanzen zu versorgen.

Den kompletten Artikel lesen Sie im aktuellen TASPO GartenMarkt, den Sie in TASPO 10/2015 finden.