Grüne Branche

Einzelhandelsgärtnereien: Kunden bleiben unberechenbar

Der Weihnachtsmarkt läuft nur sehr schleppend an, der Kunde bleibt seinem Ruf treu, unberechenbar zu sein. Das wird auch im kommenden Jahr so bleiben, daher muss sich der Einzelhandel darauf einstellen, sehr viel mehr Feingefühl für seine Kunden aufzubringen. Außerdem ist der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung im gärtnerischen Facheinzelhandel noch nicht angekommen.

Manche Unternehmen mussten sogar zum Teil drastische Umsatzeinbrüche hinnehmen, berichtete Vera Jentjens (Meerbusch) vom Fachverband rheinischer Einzelhandelsgärtner auf der Verbandsausschusssitzung des Landesverbandes Gartenbau Rheinland. Der Saisonverlauf war in diesem Jahr für die meisten Betriebe ungewöhnlich und auch meist schwierig, sagte sie. Zwar konnten im Frühjahr riesige Umsatzzuwächse gegenüber dem Vorjahr erzielt werden, doch die Beet- und Balkonsaison begann witterungsbedingt bereits Anfang April, war aber vielerorts am Muttertag bereits stark rückläufig oder vorbei. Sommer und Herbst verliefen auf Grund der Witterung auch nicht besonders gut. Erfolgreiche Betriebe sprechen von stagnierenden bis leicht gestiegenen Umsätzen im Ganzen. Unternehmen mit klassischem Kulturprogramm mussten zum Teil jedoch sehr drastische Umsatzeinbrüche hinnehmen, so Jentjens. Doch sie sieht auch Positives: Marktuntersuchungen hätten gezeigt, das Fachbetriebe wieder steigende Marktanteile gewinnen können, da sich die Baumärkte zunehmend aus großen Sortimenten zurückziehen und sich auf Aktionsware beschränken. Profitieren können jedoch nur solche Unternehmen, die gestaffelte Sortimente in zeitgemäßen Verkaufseinrichtungen präsentieren und das Thema Garten und Pflanze kundenorientiert inszenieren, so Jentjens.