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Emnid-Umfrage: Mehrheit lehnt Friedhofszwang für Urnen ab

Den bestehenden Friedhofszwang für Urnen halten 65 Prozent der Deutschen für veraltet (37 Prozent „eher veraltet“ und 28 Prozent „sehr veraltet“). Das ergab eine repräsentative Umfrage des Institutes TNS-Emnid im Auftrag der Verbraucherinitiative Aeternitas unter 1.005 Bundesbürgern über 14 Jahren.

Rund zwei Drittel halten den Friedhofszwang für Urnen für veraltet. Grafik: TNS-Emnid

Damit habe sich die Tendenz einer bereits 2010 durchgeführten Umfrage von Aeternitas noch verstärkt. Damals sprachen sich 58 Prozent der Deutschen gegen den Friedhofszwang für Urnen aus.

Immer wieder steht der geltende Friedhofszwang in der Diskussion. Viele Bundesbürger fordern laut Aeternitas, diese Pflicht zumindest für Urnen abzuschaffen oder zu lockern. Die einzig übliche legale Ausnahme stelle jedoch nur die Seebestattung von Urnen in Nord- oder Ostsee dar.

Daneben erlauben einige Landesbestattungsgesetze unter bestimmten Umständen Aschebeisetzungen auf privatem Grund. Baumbestattungen in Bestattungswäldern gelten dagegen nicht als Ausnahmen vom Friedhofszwang, da die entsprechenden Areale rechtlich als Friedhofsflächen ausgewiesen sind.

Da in einigen anderen europäischen Staaten kein Friedhofszwang für Urnen oder Totenasche bestehe, nehmen Aeternitas zufolge immer mehr Bundesbürger im Ausland Angebote wahr wie Flussbestattungen oder das Verstreuen der Asche von Heißluftballons aus. (ts/ae)

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