Grüne Branche

Engpass bei Rinde im Gartenbau

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Über 90 Prozent der Unternehmen der Substratbranche müssen derzeit einen Engpass bei Rinde zur Herstellung von Rindenmulch und Rindenhumus verzeichnen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Industrieverband Garten (IVG) hervor. Die Nachfrage nach Mulchprodukten aus Rinde, Blumenerde und Kultursubstraten sein momentan sehr hoch.

Laut einer IVG-Umfrage ist beim Rohstoff Rinde ein Engpass zu verzeichnen. Foto: Markus Distelrath / Pixabay

Nachfrage durch Corona-Pandemie gestiegen 

Die große Nachfrage im Handel nach Mulchprodukten, Blumenerden und Substraten wird durch die Corona-Pandemie begründet. Viele Menschen ziehe es laut IVG aufgrund der Einschränkungen in ihre Gärten oder auf die Balkone, wofür sie vermehrt diese Produkte im Handel kaufen. Zudem benötige die Herstellung von gärtnerischen Kultursubstraten unter anderem auch Rindenhumus. „Viele Hersteller können den anhaltend hohen Bedarf an Rinde in den Produkten allerdings derzeit nicht mehr decken, da sie insgesamt knapp wird“, erklärt Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG. Das belege eine aktuelle Umfrage des IVG unter seinen Mitgliedern, die die Knappheit mit mehr als 70 Prozent beziffern. Bis Jahresende werde sich daran laut Hackstein auch wenig ändern.

Trockenheit und Borkenkäfer sorgen für Rindenknappheit

Der Grund für die derzeitige Rindenknappheit sei demnach auf mehrere Faktoren zurückzuführen, die zusammenspielen. Die Fichte, die sich in höheren, kühlen und feuchten Lagen wohlfühlt, habe beispielsweise besonders stark unter der Trockenheit der letzten beiden Jahre gelitten. Zudem habe der Borkenkäfer dadurch optimale Bedingungen, sich auszubreiten und die Fichten zu befallen. Besonders die höheren Temperaturen, milde Winter und ein gutes Angebot an bruttauglichem Holz durch Winterstürme habe sich der Käfer stark vermehrt. Die Rinde befallener Bäume fällt größtenteils ab, bleibt liegen und kann nicht für gartenbauliche Zwecke verwertet werden. Hinzu kommt eine geringe Menge von Rinde in den Sägewerken bedingt durch den Produktionsausfall wegen der Corona-Pandemie. Mehr als 75 Prozent der befragten IVG-Mitglieder befürchten auch in den nächsten Jahren einen Rückgang der verfügbaren Rindenmengen auf 50 Prozent für den deutschen Markt. In der Folge sei mit erheblichen Preisanstiegen für die Rohrinde zu rechnen. Diese Auswirkungen müssen demnach in den anstehenden Preisverhandlungen mit den Kunden diskutiert werden.

Engpass auch bei Rohstoff Kokos erwartet

Auch bei anderen Rohstoffen seien laut IVG Engpässe zu verzeichnen oder zu erwarten. „Eine ähnliche Entwicklung können wir derzeit auch beim Rohstoff Kokos beobachten“, führt Hackstein weiter aus. Da sich einige Lieferungen bereits auf dem Seeweg in Richtung Deutschland befinden, kommt aktuell noch Nachschub, doch auch in Indien und Sri Lanka, den Herkunftsgebieten vom Rohstoff Kokos kann derzeit nur noch stark eingeschränkt Material verarbeitet und verladen. Grund dafür seien ebenfalls die Einschränkungen in den jeweiligen Staaten aufgrund der Coronavirus-Ausbreitung. Aus diesem Grund beziffern die IVG Mitglieder den Engpass bei Kokos in der Umfrage mit 50 Prozent.

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