Grüne Branche

Entwicklung der anonymen und Feuerbestattung in Deutschland

Erstmals erhob die Autorin Barbara Happe umfassende Daten zur Verteilung der Erd- und Feuerbestattung in Deutschland. Mit interessantem Ergebnis: die Urnenbeisetzung hat ihren größten Zuwachs nicht in den Großstädten. Ob die immer wieder geäußerte Meinung von einer anhaltenden Zunahme der anonymen Bestattungen tatsächlich zutrifft, klärt dieser Beitrag auf. Untersucht wurde auch, wie hoch der Anteil der anonymen Bestattung und ihre regionale Verbreitung ist.

Im Sommer 2010 habe ich mit dem Geographen Tobias Schulmann und dem Mathematiker PD Dr. Gottfried Jetschke eine umfassende Studie zur Entwicklung der Feuerbestattung und der anonymen Bestattung in Deutschland durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im November 2012 in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Sociologica Internationalis“ veröffentlicht1. In dieser Untersuchung wurden erstmals umfangreiche Daten zur aktuellen Verteilung von Erd- und Feuerbestattung sowie zur Verbreitung der anonymen Bestattung in Deutschland erhoben. Die erhobenen Befunde wurden mit unterschiedlichen statistischen Verfahren ausgewertet, auf die ich hier nicht im Einzelnen eingehen werde.

In der Mai-Ausgabe der Friedhofskultur werden die wichtigsten Ergebnisse vorgestellt. Bei der Erhebung wurden 400 Friedhofsträger in Form einer kostenlosen Internetumfrage um quantitative und qualitative Angaben zu der in ihrer Verantwortung stehenden Friedhöfe gebeten. Insgesamt 235 Friedhofsträger stellten uns verwertbare Antworten zur Verfügung. In einer Längsschnittanalyse wurden für die Jahre 1999, 2004 und 2009 Zahlen über die Gesamtbestattungen auf den jeweiligen Friedhöfen, den Anteil der Urnenbestattungen und der anonymen Bestattungen abgefragt. Nach der Anzahl der Urnenbestattungen wurde deshalb explizit gefragt, weil der Deutsche Städtetag seine Erhebungen zu den Einäscherungsquoten eingestellt hat und letztmalig 2001 Zahlen für das Jahr 1999 hierzu veröffentlicht hat. Mehr dazu in der Friedhofskultur ab Seite 23.