Grüne Branche

Erfolgskonzept: 30. Memoriam-Garten wird dieses Jahr eröffnet

2010 wurde der bundesweit erste Memoriam-Garten auf einem Duisburger Friedhof eröffnet. Ein Konzept, das offenbar genau den Nerv der Zeit getroffen hat und bundesweit auf immer mehr Friedhöfen zu finden ist. Noch in diesem Jahr soll der 30. Memoriam-Garten fertiggestellt werden, melden aktuell Zentralverband Gartenbau (ZVG) und Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF). 

Das Erfolgskonzept der Memoriam-Gärten setzt sich bundesweit durch. Auf dem Duisburger Waldfriedhof gibt es diese anspruchsvoll gestaltete Anlage. Foto: BdF, Bonn

Memoriam-Gärten sind wunderschön gestaltete Gärten, die zugleich Teil eines Friedhofs sind. Darin eingebettet finden sich beispielsweise Urnen- und Erdbestattungsplätze, Einzelgräber oder Partnergräber. Anonyme Beisetzungen gibt es nicht: Die Namen der Verstorbenen werden auf kunstvollen Grabmalen verewigt. Entwickelt wurde das Erfolgskonzept bereits für die Bundesgartenschau 2009 in Schwerin, wo es mit dem Innovationspreis des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ausgezeichnet wurde.

Friedhofsgärtner Manfred Freuken, der mit sechs weiteren Friedhofsgärtnereien mittlerweile zwei Memoriam-Gärten in Duisburg betreut, berichtet von einer hohen Nachfrage: „Wir planen bereits die Erweiterung des Memoriam-Gartens auf unserem Duisburger Waldfriedhof und werden sie noch dieses Jahr umsetzen“, erklärt er.

Warum die Bestattung in einem „Garten auf dem Friedhof“ so positiv aufgenommen wird, beantwortet Birgit Ehlers-Ascherfeld, Vorsitzende des BdF: „Wir treffen damit den Nerv der Zeit. Denn gärtnerbetreute Grabanlagen wie der Memoriam-Garten orientieren sich an der Nachfrage. Die Menschen wünschen sich einen schön gestalteten und gepflegten Platz für ihre letzte Ruhestätte. Für viele Hinterbliebene ist es jedoch schwierig, sich um die Grabpflege zu kümmern. Die meisten Angehörigen wohnen weiter weg, sind beruflich voll ausgelastet oder körperlich nicht dazu in der Lage“, erklärt sie.

Bei Memoriam-Gärten wird die Pflege aber dauerhaft von qualifizierten Friedhofsgärtnereien übernommen, da hier beim Erwerb einer Grabstelle automatisch die Dauergrabpflege enthalten ist. Dadurch werden die Angehörigen entlastet.

Die Lizenznehmer eines Memoriam-Gartens profitieren von dem Gesamtpaket, das die friedhofsgärtnerischen Organisationen auf Bundesebene anbieten: Das Konzept wird zum Beispiel durch eine Wort-Bild-Marke geschützt, und Richtlinien sichern den hohen Qualitätsstandard. Es gibt eine Website, auf der alle Memoriam-Gärten aufgelistet sind, einen bundesweit einheitlichen Auftritt in Sachen Öffentlichkeitsarbeit, Druckvorlagen für Flyer und vieles mehr.

Auch für Friedhofsverwalter können Memoriam-Gärten eine Alternative zu anderen Bestattungsformen sein. Sie stellen eine Lösung für kleine und große Freiflächen dar, die durch die wachsenden Leerstände entstehen. Durch die anspruchsvolle Gestaltung und professionelle Pflege von qualifizierten Friedhofsgärtnereien wird ein Memoriam-Garten oft zum Blickfang auf dem Friedhof. Sitzgelegenheiten, Kunstgegenstände oder Wasserläufe sind oftmals Teil der Anlage. Und die Friedhofsverwaltungen, die sich für einen Memoriam-Garten entscheiden, behalten ihren hoheitlichen Einfluss. (zvg/bdf)