Erfurt zieht ein Jahr nach BUGA Bilanz

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Die gärtnerische Qualität bei der BUGA Erfurt 2021 wurde von den Besuchern besonders gelobt. Foto: Stadtwerke Erfurt

Die Stadt Erfurt hat gut ein Jahr nach der Bundesgartenschau in der thüringischen Landeshauptstadt Bilanz gezogen und die gärtnerische Großveranstaltung als touristischen und wirtschaftlichen Erfolg verbucht und das unter Coronabedingungen.

Corona erschwert Bundesgartenschau

Vor rund einem Jahr endeten die insgesamt 171 Tage Bundesgartenschau in Erfurt. Mit über 1,5 Millionen Besuchern verfehlte man die ursprünglich anvisierten 1,8 Millionen nur knapp, doch stand die Veranstaltung und erschwerten Bedingungen, da die Corona-Pandemie für viel Unsicherheit sorgte. Noch wenige Tage vor der Eröffnung war nicht klar, in welchem Maße man öffnen dürfe und auch ständig neue politische Vorgaben erschwerten den Besuch zu Beginn und verlangten den Organisatoren ein hohes Maß an Flexibilität ab. Dennoch zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden mit dem wirtschaftlichen Abschneiden der BUGA. Eine Hochrechnung vom Herbst 2021 ergab ein Defizit von 3,9 Millionen Euro. Allein 3,2 Millionen Euro entfielen dabei auf ausgebliebene Eintrittserlöse. Im Ergebnis der Schlussabrechnungen von Verbindlichkeiten und der Erlöse aus Ticketing, Gastronomie, Sponsoring und Lieferrechten konnten im Verlauf der Durchführung deutliche Einsparungen erzielt werden. „Damit war die Kompensation von rund 3,4 Millionen Euro des Defizits möglich, so dass ein Verlust von voraussichtlich 500.000 Euro verbleibt. Die BUGA war also nicht nur touristisch, sondern auch finanziell ein Erfolg“, bilanziert Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein. „Erzielt wurden die Einsparungen vor allem durch geringere Auslastung bei Provisionen und Gebühren, bei Beförderungskosten, im Ausstellungsbetrieb und durch die starke Reduzierung des Veranstaltungsprogrammes in den ersten Monaten. Ohne Corona hätten wir unsere vorsichtigen Planungen nicht nur erreicht, sondern deutlich übertroffen. Wir waren die Ersten unter Coronabedingungen und haben die BUGA dennoch zu einem Erfolg geführt“, ergänzt ehemalige BUGA-Geschäftsführerin Kathrin Weiß.

2 Millionen Besucher ohne Corona?

Neben den bereits angesprochenen Einschränkungen hatten die Coronaregelungen auch erhebliche Mehrkosten zur Folge. Ab dem zweiten Tag war ein Zugang nur mit negativem Test oder Impfung möglich, was überprüft werden musste. Zudem musste eine Kontaktnachverfolgung nachgewiesen werden können und Veranstaltungen waren untersagt. Auch die Gastronomie durfte nur außer Haus verkaufen. Ab Mitte Juni 2021 normalisierte sich das Geschehen dann und auch das Programm konnte wieder durchgeführt werden. Die Verantwortlichen wagten einen Blick darauf, wie die BUGA verlaufen wären, hätte es Corona nicht gegeben. Demnach hätte die angepeilte Besucherzahl bei einem Mittelwert von 11.250 Besuchern pro Tag am Ende sogar um 69.000 Besucher überschritten werden können und insgesamt zu einem Ergebnis von knapp 2 Millionen Besuchern geführt.

Besucher sehr zufrieden mit BUGA

Was am Ende bleibt, sei eine besondere Erinnerung und die Gewissheit, dass die BUGA ein deutlicher Katalysator für den Tourismus in Erfurt war. Eine Umfrage belegt, dass 64 Prozent der Besucher 2021 zum ersten Mal in Erfurt waren, mehr als die Hälfte davon nur wegen der BUGA. Eine überragende Mehrheit von 95 Prozent war mit dem Besuch der BUGA sehr zufrieden. Großes Lob erfuhren die gärtnerische Qualität und die erfurttypischen Ideen der Ausstellungsbeiträge. Zwei Drittel der Besucher verbrachten ihren BUGA-Tag nur im egapark und waren begeistert von der Themenvielfalt. Doch auch der Petersberg kam nicht zu kurz, wie Bausewein betont: „Der Petersberg hat durch die Gartenschau enorm gewonnen. Die Besucher kommen mit dem Aufzug bequem auf den Berg. Auf dem Skywalk und auch vom Panoramaweg aus hat man einen unvergleichlichen Blick auf die Altstadt. Auf dem Plateau laden die Peterskirche und das Kommandantenhaus dazu ein, Erfurts und Thüringens Geschichte auf lebendige Art zu entdecken. Neue Angebote wie das Danakil, das Deutsche Gartenbaumuseum, Gartenthemen in großer Vielfalt und Qualität, ein einzigartiger Veranstaltungsort und die Rolle als Kommunikations- und Bildungsort für alle grünen Themen stehen für diese Perspektive, die mit der BUGA möglich wurde. Wie gut der egapark bei den Besuchern angekommen ist, zeigen die Zahlen dieses Jahres. Mehr als 400.000 Gäste aktuell beweisen, der egapark hat auch nach der Gartenschau nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt“, so Erfurts Stadtoberhaupt.

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